LUXEMBURG
MANUEL TONNAR

Gestern fand der „Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre“ statt. Dieser 1994 ausgerufene Welttag soll dazu beitragen, dass sich Wüsten nicht weiter ausbreiten und macht auf die Probleme der zunehmenden Wüstenbildung, wie Armut, Hunger und Massenwanderungen, aufmerksam. Auch Luxemburg engagiert sich in diesem Bereich. Hierzu Manuel Tonnar, Direktor der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium.

„Desertifikation ist nichts, was sich alleine auf den Klimawandel zurückführen lässt und auch wenn diese in zum Teil fernen Ländern stattfindet, etwas das uns alle betrifft. Wenn man von Desertifikation, also fortschreitender Wüstenbildung spricht, muss man auch über Nahrungsversorgung, Trinkwasser, Biodiversität und natürliche Ressourcen im Allgemeinen sprechen. Entsprechend sind die Herausforderungen enorm, wenn man gegen die Wüstenbildung ankämpfen will.

Zu den drei größten Herausforderungen gehört Wassermangel. Laut aktuellen Berechnungen werden 2025 schätzungsweise 1,8 Milliarden Menschen auf der Erde von Wassermangel betroffen sein, was viele Konsequenzen mit sich bringt. Der zweite Punkt ist die Sicherheit. Bis 2045 werden schätzungsweise 135 Millionen Menschen aufgrund von Desertifikation ihre Heimat verlassen müssen. Diese Massenwanderungen führen wiederum zu Spannungen und Konflikten. Das ist aktuell unter anderem im Mali zu beobachten, wo interne Konflikte durch Desertifikation verschärft werden. Ethnien, die von Landwirtschaft leben und andere, die Nomaden sind, treffen aufeinander, weil Weidegründe und Felder zusehends verwüstet sind. Wenn dann noch Wassermangel und Hungersnöte hinzukommen, kommt es immer öfter zu offenen und tödlichen Konflikten.

Der dritte Punkt ist die Landwirtschaft an sich, auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Denn die Landwirtschaft produziert rund ein Viertel der Treibhausgase. Entsprechend kann man hier mit nachhaltiger und diversifizierter Bewirtschaftung viel erreichen. Denn durch eine Landwirtschaft, bei der man etwa auf Getreide und andere Pflanzen setzt, die weniger Wasser benötigen, kämpft man gegen die Desertifikation an. Auch das Anpflanzen von Sträuchern oder Bäumen kann einen positiven Effekt haben.

In diesem Rahmen sind wir vor allem in der Sahelzone aktiv, wo wir etwa im Burkina Faso ein Projekt unterstützen, das degradierte Landschaften wieder für die Landwirtschaft oder Nomaden nutzbar macht. Dabei stellt sich jedoch oft die Frage, wem die jeweiligen Ländereien gehören. In einem anderen Projekt unterstützen wir die Regierung sowie die Bevölkerung von Burkina Faso, ihre Wälder nachhaltig zu nutzen. Darüber hinaus sind wir auch im Mali und Niger aktiv, um nur diese Länder in der Sahelzone zu nennen. Zusätzlich unterstützen wir auch rund sechs NGOs, die sich in diesem Bereich engagieren, auch in anderen Ländern wie Indien zum Beispiel. Wir haben darüber hinaus auch Notfallprogramme, wenn es also zu einer Dürre kommt. In solchen Fällen werden wir dann gemeinsam mit anderen Ländern und Organisationen auch humanitär aktiv.“