LUXEMBURG
MARIANNE THYSSEN

Diese Woche steht in der EU im Zeichen der Berufsbildung. Die vierte Ausgabe der Woche der Berufsbildung geht noch bis zum 18. Oktober im finnischen Helsinki über die Bühne, unter dem Thema „Berufliche Aus- und Weiterbildung für Alle – Kompetenzen fürs Leben“. Was dahinter steckt, erläutert EU-Kommissarin Marianne Thyssen.

„Seit ich 2014 mein Amt als EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität angetreten habe, steht die Förderung der Beschäftigung in Europa ganz oben auf der Liste meiner wichtigsten Ziele. Fast fünf Jahre später verzeichnen wir in der EU ein Rekordniveau bei den Beschäftigtenzahlen und sehr niedrige Werte bei der Arbeitslosigkeit. Eines ist klar: Wer einen Arbeitsplatz finden will, muss über die richtigen Kompetenzen verfügen. Doch die Art der geforderten Kompetenzen verändert sich ebenso rasant wie unsere moderne Gesellschaft. In Zeiten technologischer Fortschritte, wissenschaftlicher Entwicklungen sowie demografischer und ökologischer Herausforderungen ist das lebenslange Lernen der Schlüssel zur Verbesserung der Beschäftigungschancen der Menschen.

Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt, dass die berufliche Bildung ein enormes Potenzial hat, Menschen jeden Alters mit den Kompetenzen auszustatten, die sie zur Wahrnehmung neuer Chancen benötigen. Deshalb habe ich mich von Beginn meiner Amtszeit an für die Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung engagiert. Die berufliche Aus- und Weiterbildung steht für konkrete, praktische Möglichkeiten zum Erwerb neuer Kompetenzen und Kenntnisse und gibt den Menschen Zugang zu neuen beruflichen Laufbahnen, die ihr Leben verändern können. Und das Beste ist, dass alle Menschen an der beruflichen Aus- und Weiterbildung teilnehmen können; ArbeitnehmerInnen können in jedem Alter umschulen und sich weiterbilden.

Die Zahlen belegen ganz klar: Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist ein bewährtes Instrument, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. 2018 lag die Beschäftigungsquote junger Absolventen einer beruflichen Aus- und Weiterbildung bei 79,5 Prozent im Vergleich zu 66,3 Prozent bei den Absolventen allgemeinbildender Schulen der oberen Sekundarstufe, die in den Arbeitsmarkt einsteigen. Erwiesen ist auch, dass Erwachsene, die sich weiterbilden, im Beruf leistungsfähiger sind.

Trotz aller Vorzüge nehmen viele Menschen die berufliche Aus- und Weiterbildung als weniger gute Option war, die gegenüber anderen Bildungswegen irgendwie minderwertig erscheint. Deshalb sind Initiativen wie die Europäische Woche der Berufsbildung so wichtig. Bereits das vierte Jahr in Folge wird in diesem Rahmen die Berufsbildung in all ihren Facetten beleuchtet, und das gesamte Potenzial dieses breit angelegten Bildungsangebots wird ins Rampenlicht gestellt. Europaweit finden während des gesamten Jahres 2019 und insbesondere während der eigentlichen Europäischen Woche Tausende von Veranstaltungen und Aktivitäten zur Förderung der Berufsbildung statt.

Ich freue mich sehr, dass Luxemburg die Europäische Woche der Berufsbildung unterstützt, und dass so viele junge Menschen an der Berufsbildung teilnehmen. Während die Gesamtbeschäftigungsquote im Land über alle Bildungsstufen hinweg konstant über dem EU-Durchschnitt liegt, ist die Beschäftigungsquote älterer Bevölkerungsgruppen nach wie vor niedrig. Ich ermutige Luxemburg daher, gering qualifizierte ältere Arbeitnehmer bei der Teilnahme an der Erwachsenenbildung zu unterstützen, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern.“