PASCAL STEINWACHS

Außenminister Asselborn kann einem wirklich leidtun, muss er doch nicht nur - für Luxemburger ist das Ausland bekanntlich besonders groß - Tag und Nacht in der Weltgeschichte herumschwirren, um die Fähnchen für unser Ländchen hochzuhalten, sondern er muss unser Großherzogtum auch noch zu nachtschlafender Zeit in bundesdeutschen Talkshows verteidigen. Bei Madames wie Maybrit Illner, Sandra Maischberger oder Anne Will null Problemo; bei Mannsbildern wie „hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg, wo Asselborn - gerade aus Brüssel kommend und fast schon auf dem Weg in den Kosovo - am Montagabend zu Gast war, gar nicht so einfach, stieß sein legendärer Charme, der die Damen ganz wuselig macht, doch hier auf Granit.

Vollprofi wie er ist, ließ Asselborn sich aber natürlich nicht beirren (nicht mal von Edmund Stoiber, der die ganze Zeit so tat, als sei Asselborn gar nicht anwesend), haute er doch trotzdem gute Sprüche à la „Solidarität kann man nicht wie eine Wurst in Stücke schneiden“ (nicht zu verwechseln mit der Salamitaktik) oder „Ich bin jetzt schon seit 13 Jahren dabei, aber ich habe Europa immer noch nicht verstanden“ raus.

Und das Tramdings, das soll jetzt - RTL sei Dank - doch tatsächlich auf den Namen „Siggi“ getauft werden. Wir nennen es Enrico...