LUXEMBURG
DANIEL OLY

Was bei der Wahl für ein Auto bei den Kids wichtig ist - und worauf ihre Eltern achten

Es ist Autofestival-Zeit, und wie jedes Jahr werden auch dieser Tage wieder reichlich Traumauto-Entscheidungen getroffen. Für manch einen ist es die Wahl eines lange gehegten Wunsches, wieder einen Neuwagen zu fahren, andere freuen sich über mehr PS, mehr Luxus, neue Gadgets oder einfach nur mehr Stauraum für Kind und Kegel. Aber es gibt auch noch eine weitere Kundengruppe, die sich über etwas verhältnismäßig simples ganz diebisch freuen kann: Darüber, das erste eigene Auto zu haben.

Denn pünktlich zum Festival dürften auch viele Jugendliche sich umschauen, um sich den Traum eines Fahrzeuges erfüllen zu können, mit dem sie künftig im Alleingang auf Achse sein dürfen. Ob als Geburtstagsgeschenk im Doppelpack mit dem Führerschein oder mit ein, zwei Jahren Verspätung, nachdem sich die „Hörner“ (und vielleicht sogar der ein oder andere Seitenspiegel) am Familien-Fahrzeug abgestoßen wurden: Früher oder später sehnen sich fahrbereite Teenager nach einem Auto, das ihnen vor allem eins bedeutet - Freiheit.

Mehr als eine Preisfrage

Dieser Traum kostet natürlich Geld - und sollte deshalb gut überlegt sein. Wobei nicht nur der Preis ein wichtiger Faktor bei der Fahrzeugwahl sein dürfte. Allzu schnell hat man sich bei mehreren Eckpunkten des Autos dann doch übernommen: Es gibt zum Beispiel so etwas wie „zu viel Leistung“ oder „zu viel Platz“. Fahranfänger wollen sicher eine gute Figur abgeben, wenn sie endlich allein unterwegs sein dürfen. Zu sehr auf die leichte Schulter nehmen sollte man diese Punkte aber nicht, ansonsten endet der nächste Ausflug auch mal im Gemüsebeet - da sprechen wir aus Erfahrung.

Aber worauf achtet die junge Kundschaft selbst besonders? „Allen voran auf Alltagstauglichkeit, auf sportliches Aussehen, aber auch auf den Preis“, weiß ein Kundenberater des Autohauses Losch auf Nachfrage hin. Auch peppige Farben und sportliche Akzente stehen hoch im Kurs. Eine klare Absage erteilen sie demnach dem in der Regel eher monotonen Fuhrpark in Grautönen, wenn sie selbst das Sagen haben. Interessant: „Wichtig ist oft auch, dass das Auto eine Bluetooth-Schnittstelle hat, damit sich das Handy verbinden lässt, damit man telefonieren und seine Musik hören kann“, erklärt er weiter.

Kleinwagen stehen hoch im Kurs

Entsprechend stehen eher Kleinwagen hoch im Kurs, der Markttrend mit den größer dimensionierten SUVs und den PS-lastigen Sportlimousinen sieht da eher wenig Land. Diese Fahrzeuge bleiben eher Wunschdenken und Traum-Auto für später, stattdessen wird sich meist in kleinere Autos verliebt - und da bieten Hersteller ja auch Modelle satt, die immer öfter auch durch auffälliges Design und jugendlichen Touch auf sich aufmerksam machen. Dass in den Broschüren von modernen Kleinwagen inzwischen mehr Hinweise auf die Konnektivität als Informationen zur Motorisierung zu finden sind, kommt nicht von ungefähr: Die typische Kundschaft hat eben andere Bedürfnisse.

Gebrauchtwagen versus Neuwagen

Damit diesen Bedürfnissen entsprochen wird, mache jeder Verkäufer eine immer neue, individuelle Bedarfsanalyse. Dabei werde dann auch das Thema Gebrauchtwagen versus Neuwagen angesprochen. „Das kommt immer auf den Fahrzeugwunsch und den jeweiligen Preisnachlass sowie die Verfügbarkeit der Modelle an“, erklärt der Kundenberater. Stichwort Preis: Hier setzen immer mehr Käufer auf eine Finanzierungsstrategie, die ihnen erlaubt, ihr Erspartes weiter investieren zu können. „Diese Methode ist beliebt, weil die Kosten gut kalkulierbar sind.“

Eltern setzen auf Sicherheit

Wenn die Eltern dann wieder am Ruder sind, ändern sich die Prioritäten rasch: „Sicherheit, finanzielle Voraussetzungen und nochmal Sicherheit“, erklärt der Experte. Kurz in der Redaktion gefragt, zeigt sich ein ähnliches Bild. „Hauptsache sicher“, heißt es da ganz zuerst. Billig sollte das Auto natürlich zudem auch noch sein. „Es kriegt sowieso Beulen“, meinen die heißesten Tipps beispielsweise zur Begründung. Bei der Größe hingegen scheiden sich die Geister: Die einen schwören auf Autos in „klein“ („mit den großen Formaten gibt es anfangs gern Probleme“), die anderen eher auf zumindest ein wenig Stauraum („am besten Fünftürer oder direkt als Kombi“). Sehr beliebt: Die sagenumwobene „Knautschzone“, die im Un-Fall dann als schützender Panzer aus Edelstahl vor Verletzungen schützen soll. Wenn das der Fall ist, warum fährt dann nicht jeder Fahranfänger direkt einen Kombi aus skandinavischem Hause?

Dann werden die Tipps ganz präzise: „Bloß keine Exoten, sondern eher Massenware, damit man an Ersatzteile ran kommt!“ oder „Eher Basismodell als Vollausstatter - was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen.“ Der Dieselskandal lässt die Kollegen dagegen eher kalt, weshalb außer für innerstädtischen Verkehr angedachte Autos ein Diesel-Motor empfohlen wird.