LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Einige Recycling-Center werden regelrecht überrannt

Stayathome produziert ganz offensichtlich jede Menge Recyclingabfälle, die erst jetzt mit der Wiederöffnung der Recyclinghöfe abgeliefert werden dürfen. Offenbar wollen das jetzt alle gleichzeitig. Gestern wandte sich das Abfallsyndikat SIVEC in Schifflingen schon hilfesuchend über Facebook an seine Kunden und bat diese eindringlich, beim Warten auf das Einfahren in den Recylinghof weder die Landstraße CR 169 noch die Auffahrt zur Autobahn A13 zu blockieren. Auch beim SIVEC arbeite man wie vielerorts mit einer reduzierten Mannschaft, die angesichts des großen Andrangs stark gefordert sei. Dort hatte man die dringende Bitte, dass die Leute aus dem Einzugsgebiet des SIVEC noch ein paar Tage mit der Ablieferung ihres Recyclingmaterials warten.

Wie sieht es anderswo aus?

Bei einer kleinen Telefonumfrage bei willkürlich ausgewählten Recyclingcentern stellte sich die Situation dann als unterschiedlich dar. Beim SICA in Kehlen war die Lage recht entspannt, dort hieß es, dass die Leute nicht länger als eine Viertelstunde warten müssen.

Anders klang es schon beim Recyclingcenter Niederanven, obwohl die Dame am Telefon noch gut gelaunt war. Es sei viel los und die Kundschaft müsse zwischen 30 Minuten und einer Stunde warten, bevor sie abladen können.

Gar nicht gut kam unser Anruf beim Recyclingcenter in Junglinster an, dort herrschte der pure Stress „Ich hab‘ gerade gar keine Zeit für sowas!“ Immerhin kam auf die schnell herausgesprudelte Frage „Wie lange muss man warten?“ ein noch schnelleres „Ein bis zwei Stunden.“

Beim Recycling-Center der Stadt Luxemburg war man zwar ausgesprochen freundlich, konnte uns aber keine Auskunft zu den Wartezeiten geben. „Wir haben noch keine Schilder wie im Phantasialand ‚Ab hier warten sie noch eine halbe Stunde‘. Das müsste man mal ausmessen.“ Man wisse nicht wie lang die Schlange sei. Formal sei die Sache so, dass gleichzeitig zwölf Fahrzeuge auf den Recyclinghof dürfen und für jedes Auto eine Abladezeit von zehn Minuten kalkuliert wird.

Noch eine eigene Erfahrung: Im „Rückkonsum-Zentrum“ im saarländischen Mettlach (ebenfalls erst seit Montag geöffnet), das an die SuperDrecksKëscht angeschlossen ist, lag die Wartezeit gestern gegen 13.30 bei einer Viertelstunde.