LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Mit seiner Werbekampagne für Urlaubstouren im eigenen Land, bei dem man natürliche, landschaftliche und kulturelle Besonderheiten quasi vor der Haustür entdecken und erleben kann, hat Tourismusminister Lex Delles keineswegs Neuland beschritten. Seine Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit lassen erahnen, dass diese Initiative keineswegs eine Art Eintagsfliege darstellt, sondern durchaus über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren hinweg eine Stütze für Unternehmen und Einrichtungen bringen soll, die in der Vergangenheit unter dem Fernweh einer Bevölkerung zu leiden hat, die Urlaubsgefühle quasi automatisch mit exotischen Zielorten in Verbindung bringt. Sowohl Luxemburg selbst als auch die benachbarten Grenzregionen haben viel zu bieten für all jene, die mit offenen Augen durch die Welt gehen und erfolgreiche, entspannende und erholsame Ferien nicht unbedingt an der Menge der zurückgelegten Kilometer festmachen wollen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich ja immer mehr der Eindruck verbreitet, dass Urlaub im eigenen Land nur jene Leute machen, die sich den mehrwöchigen Aufenthalt in mehr oder weniger entlegenen „Resorts“ finanziell nicht leisten könnten. Dabei straft eine immer zahlreichere „all inclusive“-Kundschaft gerade diesen Eindruck Lügen: Das in unseren Breitengraden im Vergleich zu anderen Regionen in Europa und weit darüber hinaus ziemlich hohe Lebensniveau hat mit sich gebracht, dass es nicht unbedingt einem Schnäppchen gleichkommt, sich im eigenen Land und in der angrenzenden Nachbarschaft verwöhnen zu lassen.

Aber Hand aufs Herz: Erscheint es nicht ein wenig arrogant, wenn nicht gar jämmerlich andererseits, wenn man auf Teneriffa oder an der türkischen Riviera die günstigsten Hotelangebote reihenweise aufzählen kann, im direkten heimischen Umfeld aber nicht einmal Bescheid weiß über eine Handvoll Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten, die man sich teilweise sogar schon im Rahmen einer Wanderung von der Haustür aus erschließen kann?

Selbstverständlich kann und soll sich jeder den Urlaub, die angeblich schönsten Wochen im Jahr, nach eigenem Gusto so gestalten, wie es ihm behagt. Mit einem Meer und dem entsprechenden Wasserrauschen können die eher seltenen Badeplätze in Luxemburg nicht aufwarten und wer sich im Schatten von hohen Gebirgsketten auf die eigene Winzigkeit abstufen lassen will, wird in heimischen Gefilden keinen Frieden finden.

Aber müssen es denn jedes Mal Extreme sein, wenn man Ferienentspannung sucht? Wobei ja allein schon die fast schon zwangsläufigen Stresssituationen auf Autobahnen und Flughäfen nicht unbedingt dazu angetan sind, den Erholungsfaktor zu steigern.

Und im Hinblick auf Abenteuer- und Erlebnisdurst können mittlerweile immer mehr Einrichtungen in unserer direkten Nachbarschaft Abhilfe schaffen: Die weitgehend noch intakte Naturlandschaft in unserer direkten Umgebung wartet nur darauf, mit Herz und Verstand entdeckt zu werden.