LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Agrarminister Etgen verspricht Maßnahmenpaket, kann aber noch keine Zahlen nennen

Nachdem die luxemburgischen Landwirte in der vergangenen Woche erfahren hatten, dass sie von den 420 Millionen Euro, die Brüssel direkt auf die EU-Mitgliedstaaten verteilen will, gerade einmal 700.000 Euro erhalten sollen, war die Enttäuschung groß. Umso mehr hatten sich die Bauernverbände vom gestrigen Treffen mit Agrarminister Fernand Etgen erwartet, bei dem dieser die spezifischen Maßnahmen für Luxemburg vorstellen sollte. Sie sollten auch gestern enttäuscht werden, und zwar derart, dass sie nicht einmal der Pressekonferenz des Ministers im Anschluss an die dreistündige Unterredung beiwohnten.

Aus 700.000 Euro wurden 670.000 Euro

Etgen konnte den verzweifelten Landwirten zwar ein Maßnahmenpaket vorstellen, dieses aber noch nicht beziffern, so dass die Bauern immer noch nicht wissen, wo sie dran sind. Der Minister will nämlich erst die genauen Schäden und Ausfälle ausrechnen lassen, ehe er mit konkreten Zahlen aufwarten will.

Die Aufregung der Bauern kann er aber natürlich gut nachvollziehen, zumal die luxemburgischen Landwirte nun nur noch - die 700.000 Euro waren ein Rechenfehler 670.000 Euro aus dem europäischen Topf erhalten sollen, was knapp 300 Euro (!) pro Bauer ausmacht.

Unter den vom Minister in Aussicht gestellten nationalen Stützungsmaßnahmen wurden gestern unter anderem eine vorgezogene Auszahlung der Prämien genannt, eine zeitlich begrenzte Erhöhung der staatlichen Beihilfen bei den Sozialbeiträgen, Beihilfen zur Kompensation der Trockenheitsschäden sowie, im Rahmen der geplanten Steuerreform, also mittelfristig, die Einführung eines „carry back, carry forward“-Steuerregimes, bei dem die guten Jahre und die schlechten Jahre sich ergänzen sollen.

Stärker auf regionale Produktezurückgreifen

Auch will das Ministerium eine Kampagne starten, um die Vermarktung regionaler Produkte zu stärken; für die öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Institutionen soll sogar ein diesbezügliches Lastenheft ausgearbeitet werden. So sollen auch die Schulen dazu angehalten werden, auf regionale und gesunde Produkte zurückzugreifen. Wie Fernand Etgen gestern noch einmal unterstrich, müsse sich aber vor allem auch das Verhältnis zwischen dem Produzenten und dem Konsumenten ändern...