PASCAL STEINWACHS

Nicht nur in Washington, auch in Capellen ploppten gestern Abend ganz doll die Champagner- resp. die Magenbitterkorken, ist Premierchef Juncker nun doch nach acht Jahren endlich sein ungeliebtes Eurogruppendings los. „Da ist ein bisschen Wehmut dabei, aber vor allem Erleichterung“, fasste Juncker gestern seine Gefühle vor dem letzten Treffen der Eurogruppe unter seinem Vorsitz zusammen. „Ich weiß nicht, ob es ein Irrenhaus ist, aber ich freue mich, raus aus diesem Haus zu sein“, so der Premierchef, der sich selbst zufolge über sechs Monate lang „Holt mich hier raus!“ gerufen haben soll. Gefragt nach einem letzten Bonmot, hat der sonst so wortgewandte Premierchef laut Presseagenturen aber einen Moment überlegen müssen: „Alles hat ein Ende“, soll er den Journalisten in die Mikrofone geflüstert haben, um dann noch geheimnisvoll hinzuzufügen: „Nur die Wurst hat zwei“. Da hätte sich auch Rilke nicht besser ausdrücken können.

Einziger Wermutstropfen: Der scheidende Chefmann fühlte sich bei seinem letzten Auftritt außergewöhnlich einsam, weilte doch gestern ausgerechnet sein geliebter Ewigdauphin, Finanzminister Frieden, in Washington, um dort Obama zuzujubeln. Man muss eben Prioritäten setzen...