LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Vier Schüler aus Ettelbrück wollen ihre Mini-Entreprise „Raschtbänk“ weiterführen

Sich gemütlich ausruhen können auf einer Holzbank: Was einfach klingt, bedeutet jedoch viel Arbeit. Das können vier Schüler einer 12ième aus dem LTA in Ettelbrück bestätigen. Sie schafften es mit ihrer Mini-Entreprise „Raschtbänk“ unter luxemburgischen Jungunternehmern Preise in der Kategorie „Bestes Produkt“ und „Beste Finanzverwaltung“ zu erhalten. Verliehen wurden die Preise Anfang Juni vom Verein „Jonk Entrepreneuren“, der das Programm auch organisiert.

Die 18-Jährigen hatten sich zunächst nur in einen Kurs eingeschrieben, in dem sie Ideen für ein erfolgreiches Unternehmen entwickeln sollten. Pit Schoos kümmert sich um das Marketing und fungiert als Präsident, Christophe Meisch ist Sekretär, Alex Schonckert ist verantwortlich für die Produktverwaltung - zum Beispiel Bestellungen von Materialien - und Tim Hoffmann kümmert sich um Finanzen und die Produktion der Bänke.

Lob für originelles Konzept

Die fertigen Produkte sind dabei keine bloßen Bestellungen: Die vier Jungunternehmer haben die Bank selbst am Computer entworfen und sich selbst an die Anfertigung gemacht. Die Materialien stammen von regionalen Handwerksbetrieben. Die Bank besteht je nach Modell aus Aluminium, Corten - einem wetterfesten Stahl -, oder Douglasie-Holz, das aus luxemburgischen Wäldern stammt. Geschnitten und geschliffen wird danach selbst, bis das fertige Produkt sitzt. Dankbar sind die Lycée-Schüler auch für Hilfe aus der Familie: „Mein Bruder half mir beim Zusammenstellen der Bank am Computer, und mein Onkel erklärte mir, wie man die Finanzen eines Unternehmen verwalten soll“, sagt Tim Hoffmann.

Die Jury der „Jonk Entrepreneuren“ hatte am Projekt nichts auszusetzen. Sie lobte die Schüler für die ausgezeichnete Qualität des Produkts und das originelle Konzept. Doch nicht nur die Preisverleiher sind von den Bänken überzeugt, auch die Kundenzahlen sprechen für sich: Bisher konnte das Unternehmen 62 Bänke verkaufen. Ein wichtiger Kunde war ein Chalet in Bettel bei Vianden, das gleich 24 abnahm.

„Wir haben echt viel bei diesem Projekt hinzu gelernt“, sagt Tim Hoffmann, der darauf hinweist, dass von den Kompetenzen, die in dem Unternehmen gebraucht wurden, nur wenige auch in ihren Kursen unterrichtet wird. Der Erfolg dieses Unternehmens ist demnach vollends der Motivation der vier Schüler zuzuschreiben.

Weiter machen? Weiter machen!

Das Projekt läuft offiziell noch bis Dezember, um allen Schülern die Möglichkeit zu geben, die letzten Rechnungen zu bezahlen und das Unternehmen zu schließen. Die „Raschtbänk“-Jungunternehmer wollen ihr Projekt jedoch fortführen. „Wir haben so viel Zeit investiert, dass wir diesen Erfolg nicht einfach so aufgeben wollen“, erklärt Tim Hoffmann. Wie genau das Geschäft fortgeführt werden soll, darüber ist man sich in der Mini-Entreprise zu diesem Zeitpunkt noch nicht einig.


Mehr Informationen zur Mini-Entreprise:

Facebook: Raschtbänk

lta-raschtbaenk-lu.jimdo.com

jonk-entrepreneuren.lu