LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Frëschkëscht“ liefert Obst und Gemüse an Kunden aus dem ganzen Land

Sieben Schüler aus einer Klasse des „Lycée Robert Schuman um Lampertsbierg“ haben sich zusammengetan, um die Mini-Entreprise „Frëschkëscht“ zu gründen. Ihr Ziel: Frisches Gemüse und Obst an Kunden aus ganz Luxemburg zu bringen. Wir haben mit Ivo Silva über die Entstehung dieses Unternehmens und die gesammelten Erfahrungen gesprochen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Ivo Silva Das war ganz einfach. Wir wollten nur mit luxemburgischen Produkten arbeiten. Da sind wir in unserer Gruppe schnell auf die Idee gekommen, mit Lebensmitteln, vor allem Gemüse und Obst, zu arbeiten. Ursprünglich sollte das so aussehen, dass wir eine Plattform anbieten würden, wo luxemburgische Produkte verkauft werden könnten. Da dies komplizierter war, als wir erwartet hatten, sattelten wir auf dieses Kisten-Modell um. Davon waren wir schnell überzeugt, ohne jetzt großartig Experten in diesem Bereich zu sein. Wir sind da reingewachsen und entwickeln uns jeden Tag ein Stück weiter. Experte zu sein bedeutet nicht, alles über etwas zu wissen, sondern jeden Tag hinzu zu lernen.

Wie wird eine „Frëschkëscht“ von euch zusammengestellt?

Silva Wir haben zwei Varianten im Angebot: die klassische und die vegane. Letztere macht etwa ein Fünftel der Bestellungen aus. Eier und Milch sind in der klassischen Variante immer dabei, das Gemüse und Obst variiert von Woche zu Woche bei beiden Produkten. Wir erhalten jede Woche eine Liste von unseren Lieferanten, was sie uns anbieten können. Rezepte werden ebenfalls von uns zusammengestellt, vor allem dann, wenn die Sorten in der „Frëschkëscht“ vielleicht nicht jedem bekannt sind. Dazu gab es auch viel positives Feedback. Es ist auch jedes Mal ein Überraschungsprodukt wie etwa Honig oder Tee dabei.
Wie seid ihr mit der Corona-Krise klar gekommen?

Silva Bei uns ist jeder gesund geblieben. Die Nachfrage ist mit der Krise gestiegen. Die Menschen zeigen wesentlich mehr Begeisterung für luxemburgische Produkte. Das hält auch weiter an. Leider durften wir, so lange die Schule ausgesetzt war, nicht weiter verkaufen. Wir durften Bestellungen sehr wohl aufnehmen, nur nicht ausliefern. Das war in dieser Hinsicht unser einziger Rückschlag.

Ihr arbeitet mit Biobauernhöfen zusammen. Wie ist da der Kontakt entstanden?

Silva Zu Beginn des Jahres haben wir unsere Mini-Entreprise gestartet und uns auf die Suche nach Produzenten in dieser Domäne gemacht. Da sind mehr als 150 Mails rausgegangen und wir haben zahlreiche Antworten erhalten. Wir konzentrierten uns dann anfangs auf Betriebe in unserer direkten Umgebung. Wir konnten vor allem zu Beginn nicht große Distanzen auf uns nehmen, um die Produkte zu besorgen. Auch wegen der Corona-Pandemie haben wir zunächst in Hamm angefangen. Zunächst hatten wir fünf Lieferanten, mittlerweile sind es acht und weitere sind kontaktiert.

Was hat euch beim Umsetzen des Projektes überrascht?

Silva Mit frischen Lebensmitteln zu arbeiten ist nicht immer so einfach, wie man sich das vorstellt. Bei der Kühlung muss man etwa auf die richtige Temperatur für jedes Produkt achten. Unsere Erwartung ist es, den Wettbewerb der Mini-Entreprise zu gewinnen, mittlerweile stehen wir in der Finale. Das bedeutet nicht, dass wir automatisch gewinnen, aber immerhin sind wir gut im Rennen und wir wollen dort ein Wörtchen mitzureden haben.

Besteht ein Konkurrenzkampf zu den anderen Mini-Entreprisen?

Silva In unserer Klasse gibt es einen großen Konkurrenzkampf. Die Ideen der unterschiedlichen Gruppen gingen allerdings in sehr unterschiedliche Richtungen. Das hat uns schon vorangetrieben und uns zu verbessern.

Ist bei euch der Unternehmergeist geweckt?

Silva Wir haben von Anfang an die Gruppe so zusammengesucht, dass wir eventuell mit der „Frëschkëscht“ später weitermachen könnten.


Mehr Informationen finden Sie unter www.freschkescht.lu