LUXEMBURG
LJ

Streckenradare sollen Tunnel sicherer machen

Mit Streckenradaren möchte Mobilitätsminister François Bausch Rasern in den Tunneln auf die Pelle rücken. Was der Minister bereits vor einiger Zeit angekündigt hat, wird nun vom adr-Abgeordneten Jeff Engelen in einer parlamentarischen Anfrage hinterfragt. Mobilitätsminister François Bausch hält die Einführung solcher Streckenradare jedoch insbesondere bei Tunneln für sinnvoll.

Komplexe Konsequenzen

Mit dieser Ansicht steht der Minister bei weitem nicht alleine da. Die Arbeitsgruppe „Audits de sécurité“ analysiert auf Anfrage des Minister einzelne Orte im Land. Daraufhin macht sie Empfehlungen, wo Radaranlagen aufgebaut werden können. „E Streckeradar ass sënnvoll fir länger Ofschnëtter, op deenen eng konstant Vitesslimitatioun besteet a wou op der ganzer Streck en erhéijte Risiko fir Accidenter existéiert“, erklärt der Minister in seiner Antwort.

Ein Tunnel sei in dieser Hinsicht per se bereits ein gefährlicher Streckenabschnitt. Die Konsequenzen eines Verkehrsunfalls in einem Tunell würden automatisch riskieren, wesentlich stärker auszufallen, als bei einem vergleichbaren Unfall auf freier Strecke. Mehrere Unfälle in Tunneln in den 90er Jahren hätten schließlich nicht nur hierfür den Beweis erbracht, sondern auch zu einer Anhebung der Sicherheitsstandarts in den europäischen Tunneln geführt.

Um das Risiko einzudämmen, würde die Geschwindigkeit in den Tunneln in Luxemburg auf 90 Stundenkilometer herabgesetzt werden. Ein Unfall in einem Tunnel bringe zudem zusätzliche Komplikationen mit sich. So müsste im Falle eines Unglücks der Tunnel gesperrt werden, Umleitungen für den Zugang von Rettungskräften eingeteilt werden und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. „(Et mécht) absolut Sënn, duerch Streckeradaran dofir ze suergen, dass déi reglementéiert Vitessen agehale ginn“, schlussfolgert der Minister.

Beim Pilotprojekt für die Streckenradare wurde jedoch kein Tunnel auserkoren. Das liegt an der spezifischen Komplexität. So müsste man eventuell eingreifen, um hier sicherzustellen, dass die Installation auch richtig funktioniere. Auch müsse man erste Erfahrungen für die Instandhaltung und Installation sammeln. Dies würde zusätzlich durch einen Tunnel erschwert werden. Hinzu kommt, dass die Geschwindigkeiten auf Luxemburgs Autobahnen durch die CITA umgestellt werden kann, was einen zusätzlichen Aufwand für die Einstellung eines eventuellen Streckenradars darstellt. Denn man weiß bereits, wo man den ersten Streckenradar für einen Tunnel einführen möchte: „De Programm vun de Streckeradaren gesäit vir, den Tunnel Markusbierg, deen an enger staarker Pente läit a scho vill Accidenter verzeechent huet, als nächst mat engem Streckeradar ze équipéieren.“

Entsprechende Untersuchungen seien bereits angelaufen. Wann dieser allerdings in Betrieb gehen könnte, sei noch nicht bekannt, so der Minister abschließend in seiner Antwort.