LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Oblivion“ zeigt wieder einmal eine postapokalyptische Vision der Erdzerstörung

Im Jahr 2077 ist die Erde nur ein Haufen Schutt und zum größten Teil radioaktiv verseucht. Außerirdische, die Scavengers (kurz Scavs), haben die Erde überfallen, den Mond teilweise gesprengt. Die Menschen setzten ihre nuklearen Waffen ein und zerstörten ihren Planeten. Sie haben den Krieg zwar gewonnen, ihre Heimat aber verloren. Sie haben sich auf den Saturnmond Titan zurückgezogen.

Auf der Erde überwachen Jack Harper (Tom Cruise) und Vika (Andrea Riseborough) von einem Kontrollturm aus die Arbeit der Drohnen, die auf das Töten der noch auf der Erde verbleibenden Scavs programmiert sind, wie auf die Überwachung riesiger Flugkörper, die das Meerwasser abpumpen, um es nach Titan zu bringen. Im All überwacht zudem das TET, ein pyramidenförmiges Raumschiff, das Missionskontrollzentrum, die Arbeiten auf der Erde. Täglich macht Vika ihren Bericht an Sally (Melissa Leo), ihren obersten Boss.

Mit Julia kommen die Erinnerungen wieder

Soweit so gut für einen Science-Fiction-Film mit einer ausgezeichneten Kombination aus Trick- und Naturaufnahmen. Die Spannung und die Neugier wächst, als eines Tages ein Raumschiff auf die Erde abstürzt. An Bord, Menschen in Hibernation, u. a. jene Frau, Julia (Olga Kurylenko), von der Jack träumt. Einzig sie kann er vor dem Angriff einer Drohne retten. Hier stellt sich die Frage, wieso diese Kapsel genau auf der Position landete, die zuvor von den vermeidlichen Scavs in den Himmel gesendet wurde, da diese nichts von der Existenz des Raumschiff wissen konnten, das, ohne allzu viel zu verraten, 60 Jahre im All war.

Man muss sich als Zuschauer schon konzentrieren, um alle Details zu erfassen, auch wenn am Ende „Oblivion“ nicht unbedingt DER Sci-Fi-Film des Jahres ist. Mit Julia kommen in Jack Erinnerungen an die Vergangenheit hoch. Die beiden werden von den Scavs gefangen genommen. Und siehe da, die Scavs sind Menschen, die unter ihrem Leader Beech (Morgan Freeman) das TET zerstören wollen, denn erst dann ist der Krieg vorbei.

Immer diese bösen bösen ET’s

„Oblivion“ (dt. Übersetzung: Vergessenheit) von Joseph Kosinski („TRON: Legacy“) ist in erster Linie ein gepflegter Film, mit vor allem ruhigen Bildern, die zwar von wilden Verfolgungsjagden und Schießereien unterbrochen werden, ohne die kein amerikanischer Film auskommt. Konzentration ist gefordert, um z. B. zu erfahren, warum Beech und die Überlebenden in komischen Rüstungen herumlaufen. Doch nicht alles klappt in der Logik Kosinskis, der auch das Drehbuch schrieb. Zum x-ten Mal sind die Außerirdischen gewissenlose Kreaturen - eigentlich weiß man nicht, was sie sind -, mit einer sinnlosen sadistischen Zerstörungswut, und das ist nicht mehr wirklich originell. Die Auflösung des Rätsels erfährt der Zuschauer erst am Schluss, sodass sich die Enttäuschung über den ganzen, eigentlich bis ein paar Momente vor dem Ende gelungenen Aufwand in Grenzen hält.