LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Trotz wiederkehrender Elemente kann „Starbound“ lange fesseln

Von Anfang an hatte „Starbound“ Großes vor. Ein prozedural generiertes 2D-Universum mit unzähligen Welten und vollkommen interagierbaren Planeten, ein Quest-System, eine Unzahl an Objekten und Items, ein Crafting-System und noch viele Features mehr. Mit „Terraria“ vertraute Spieler finden sich in „Starbound“ übrigens auf Anhieb zurecht. Die Planeten bestehen im Prinzip aus zwei Ebenen: Vordergrund und Hintergrund, die sich mit dem „Matter Manipulator“ Stein für Stein abbauen und wieder neu platzieren lassen.

Wie in „No Man´s Sky“ finden wir uns zu Beginn von „Starbound“ mit einem beschädigten Schiff wieder. Die Erde ist zerstört. Also versuchen wir die Ressourcen zu finden, mit denen wir den Raumfrachter wieder flott machen können. Schlüsselelement des Spiels ist zweifelsohne der Erkundungsdrang, der den Spieler immer wieder packt. Während wir auf der Planetenoberfläche auf Ruinen, Forschungslabore oder Dörfer stoßen, die uns manchmal freundlich, manchmal feindlich gesinnt sind, setzt unter der Oberfläche der Schatzsucherinstinkt ein. Hier finden sich nämlich zahlreiche unterschiedliche Erze, Portale, Truhen mit Waffen und Upgrades - und natürlich jede Menge Kreaturen, die dem Spieler auf die Pelle rücken wollen. Zusätzliche Herausforderung: In Höhlen herabstürzende Sand- oder Schneemassen können der Spritztour durch das weitläufige Tunnelsystem ein jähes Ende setzen. Flüssigkeiten - ob Wasser, Gift oder Lava - sind darüber hinaus physikalisch berechnet.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Im Verlauf des Spiels setzt uns das Spiel immer neue Ressourcen vor die Nase, die wir auf immer gefährlicheren Planeten finden können. Aus denen lässt sich dann beispielsweise bessere Rüstung herstellen. Die Palette der herstellbaren Gegenstände reicht indes von Heilungsitems über Gerichte bis Kleidung, Fackeln oder auch Möbel. Nebenbei bauen wir unseren zunächst primitiven Unterschlupf immer weiter aus: Der Kreativität sind hier dank unterschiedlicher Themen - von mittelalterlich bis futuristisch ist alles dabei - und einer Vielzahl an Baumaterialien keine Grenzen gesetzt - sogar unter Wasser sind Bauten möglich. Schließlich können wir unser Dorf sogar mit NPCs bevölkern. Ihre Quests fallen aber eher unoriginell aus: Häufig sollen wir eine bestimme Ressource herbeischaffen oder einen auf der Planetenoberfläche gespawnten Gegner abmurksen. Abwechslungsreicher und detaillierter fallen da die Settings der Hauptquest aus, über die wir an dieser Stelle aber nichts verraten. Nicht sonderlich motivierend ist es hingegen, mehrmals bestimmte Planetentypen nach spezifischen Gebäuden und Objekten, beispielsweise der affenähnlichen Apex-Rasse abscannen zu müssen. Da hätte etwas mehr Abwechslung gut getan. Dass sich der Grundaufbau der Planeten im Wesentlichen nicht unterscheidet, kann ungeduldigen Spielern missfallen. Immerhin hat man aber meist nach einer Erkundungstour die nötigen Ressourcen für die der jeweiligen Stufe entsprechenden Upgrades zusammen. Grinding gibt es damit kaum. Fast drei Jahre lang lief „Starbound“ in der Early-Access-Phase. Mit der Veröffentlichung zeigt Chucklefish Games („Risk of Rain“, „Stardew Valley“), dass es den Spieler durchaus an der Stange zu halten versteht - auch wenn repetitive Elemente nicht ausbleiben. Zusammen mit anderen Spielern im integrierten Multiplayer kann man aber darüber hinwegsehen.


Digital für etwa 14 Euro erhältlich