LUXEMBURG/BORN
DANIEL OLY

Hundetrainerin bringt Anleitung zum Outdoor-Abenteuer mit dem Lieblings-Vierbeiner heraus

Unterwegs mit Detektiv Spürnase; das hält fit und macht Laune. Ob auf Spurensuche über Stock und Stein, beim Entdecken neuer Wege, sogar zu Wasser, beim Suchen nach clever versteckten „Geocaches“, bei Nachtwanderungen, Fotosafaris oder beim Ausloten der eigenen Grenzen samt Hindernisparcours: Gemeinsame Abenteuer in der freien Natur schweißen zusammen.

Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für ihre treuesten Begleiter. Deshalb bietet die Hundetrainerin und Diplom-Pädagogin Verena Helfrich im Rahmen ihrer Schule „Pudelskern“ seit fast neun Jahren Abenteuer- und Krimi-Touren für Hundehalter an, bei denen sich Herr- und Frauchen mit ihren Liebsten auf Erlebnisreise begeben können.

Mehr als nur Sitz, Platz und Fuß

Jetzt hat Helfrich einen Teil ihrer Ideen in einem Buch verewigt. „Ich habe schon immer gern neue Konzepte ausgearbeitet und Ideen zusammengeschrieben, um neue Dinge zu erleben“, erklärt sie. „Die ständige Idee dahinter war immer, zu zeigen, dass man auch mal Abenteuer mit dem vierbeinigen Freund erleben kann - und dass es eben nicht nur die traditionelle Hundeschule gibt.“ Die eigenen Konzepte setzen daher auch ganz bewusst auf das Verlassen der eigenen Komfortzone und der Komfortzone des Hundes.

Das sieht man etwa an vorgeschlagenen Trips wie dem „Stand Up Padeling“ auf Brettern, bei denen man nicht nur selbst einen sicheren Stand beweisen muss, sondern auch vom Vierbeiner viel fordert - ruhig zu bleiben beispielsweise. „Das steht ganz bewusst im Kontrast zur normalen Hundeschule“, meint sie. „Es ist mehr als nur Sitz, Fuß, Platz. Und der Hund lernt dadurch ja auch viel dazu, weil es einfach echt ist.“

Gemeint sind die kleinen Dinge, die alltäglichen Momente: Ein anderer Hundehalter kommt vorbei - wie reagiert unser Vierbeiner? „Normalerweise sind das in der Hundeschule alles nur gestellte Momente, aber im echten Leben ist es eben: echt“, erklärt Helfrich. Auch deshalb seien Outdoor-Touren ein Erlebnis. „Man lernt sich selbst und den Hund neu kennen, man erlebt Neues, und legt vielleicht an Selbstbewusstsein im alltäglichen Umgang zu“, meint sie. Es zeige auch: „Es braucht eben nicht immer eine besondere Auszeit oder einen Urlaub - sowas ist auch im Alltag vereinbar.“

Daneben gibt es reichlich praktische Tipps für Abenteuer wie „Geocaching“, beliebte Wanderstrecken in der Großregion oder sogar Inhalte zu Action-Parks, die eine Hund-Mensch-Kombination an ihre Grenzen bringen könnten. Auch Tipps für die richtige Ausrüstung oder Verhaltensregeln und Erziehungshinweise fehlen nicht. Ein bisschen Hundeschule fließt also letztendlich doch noch in das Buch ein.

Das neue Buch richtet sich deshalb in erster Linie an Hundehalter, die Neues ausprobieren und über den eigenen Schatten springen wollen. „Viele schieben es auch ein bisschen vor sich her, weil sie nicht sicher sind, was man denn unternehmen könnte“, betont sie. Wer sich dann aber für ein Erlebnis wie beim Paddeln auf der Sauer oder eine Runde Wandern durchsetzen kann, stelle schnell positive Erfolge fest. „Ich habe da seit der Veröffentlichung des Buches schon viel positives Feedback bekommen, auch aus Luxemburg“, verrät sie.

Immer mal etwas Neues entdecken

Der Erfolg hängt natürlich auch stark vom Hund ab. „Mit einem Vierbeiner, der gesundheitlich schon etwas angeschlagen ist, würde ich beispielsweise keine Hochleistungs-Wanderungen machen“, erklärt sie. Das eigene Fitnesslevel sowie das Level des Hundes spielen eine große Rolle. „Insgesamt habe ich aber darauf geachtet, ein möglichst breites Angebot im Buch festzuhalten - auch mit Blick auf die unterschiedlichen Jahreszeiten.“ Sie zeigt damit auch: Das Abenteuer liegt manchmal auch vor der eigenen Haustür.

Das Buch ist bereits im April erschienen, seitdem ist es auf einem guten Kurs - auch im Großherzogtum ist es verfügbar und kommt gut an. „Wir haben viel Nachfrage, viele Menschen melden sich, auch mit positiven Erfahrungen“, meint sie. „Das freut mich sehr.“

Das Schreiben selbst ist für Helfrich kein Neuland, sie hat bereits viele Konzepte für ihre eigene Webpage verfasst und öfters redaktionelle Beiträge für Hundemagazine und -zeitschriften geliefert. „Den Denkanstoß für das Buch gab mir dann eine Hundeschulen-Kollegin von mir“, lacht sie. Die Bekannte habe denn auch den ersten Kontakt mit dem Verlag aufgenommen. „Danach war es natürlich leicht, reinzukommen - eine Vorschau und Zusammenfassung musste ich natürlich trotzdem schreiben“, verrät sie.

Die meiste Zeit sei danach darauf verfallen, die nötige Auswahl zu fällen. „Ich habe so viele Konzepte und Ideen und musste die richtigen Versionen aussuchen, die auch für Privatpersonen funktionieren.“ Insgesamt hat die Arbeit aber nur rund sechs Monate verschlungen. „Es ging also verhältnismäßig problemlos.“ Auch die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Verlag habe dazu beigetragen. Und so überrascht es nicht, dass ein zweites Buch folgen könnte. „Ideen habe ich ja mehr als genug“, lacht sie. „Das Thema ist quasi unerschöpflich.“ Möglich wäre auch ein Werk zum Thema Achtsamkeit. „Für Mensch und Hund - einfach mal auf sich selbst hören und bewusster leben“, meint sie. „Mögliche Themen gibt es unzählige.“


Mehr Informationen zur Autorin und ihrem Kurs-

und Abenteuertrip-Angebot unter www.pudelskern.dog