SAARBRÜCKEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Rhythm-and-Blues-Musical: Flotte „Blues Brothers“-Show in Saarbrücken

Anlässlich der Fernseh-Show „Saturday Night Live“ traten die beiden Schauspieler John Belushi und Dan Aykroyd 1977 als Blues Brothers auf. Der Erfolg war so groß, dass sie danach Konzerte gaben und 1980 unter der Regie von John Landis den Film „The Blues Brothers“ drehten, der den chaotischen Musikern definitiv zu Kultstatus verhalf. Im deutschsprachigen Raum gab es bereits etliche Bühnenshows, mit der Geschichte und der Musik aus dem Film. Im Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken inszenierte Matthias Straub eine Bühnenfassung des Films und nennt sie ein Rhythm-and-Blues-Musical, mit dem Untertitel „Im Namen des Herrn“. Und das Markenzeichen der Blues Brothers fehlt selbstverständlich nicht: schwarzer Anzug, schwarze Brille und schwarzer Hut.

Eine göttliche Berufung

Jake Blues (Thorsten Köhler) hat seine Strafe im Knast abgesessen und wird von seinem Bruder Elwood (Gregor Trakis) abgeholt. Sie besuchen den „Pinguin“, eine Nonne (Stefanie Köhm), die ihnen mitteilt, dass ihr Waisenhaus geschlossen werden muss, wenn sie nicht schnell 5.000 Dollar auftreibt. Sie betont zudem, dass sie nur ehrlich verdientes Geld annehmen wird. Die beiden Brüder, die sehr viel Chaos verbreiten und mehr Feinde als Freunde haben, besuchen eine Messe von Reverend Cleophus (Ali Berber), während der Jake plötzlich eine göttliche Erleuchtung hat. Er will die früheren Bandmitglieder wieder zusammenbringen und Konzerte organisieren, um die benötigten 5.000 Dollar einzuspielen. Das Ganze geschieht nun im Namen des Herrn. Doch die einstigen Musiker gehen jetzt einem organisierten Leben nach, und es bedarf mehr oder weniger Überzeugungskraft der Brüder, um Matt „Guitar“ Murphy (auch Berber), „Blue Lue“ Marini (Philipp Weigand) und Willie (Philipp Seidler) zu überzeugen, wieder mitzumachen. Ein erster Auftritt führt sie in den „Bob’s Country Bunker“, wo die Besucher nur Country-Musik mögen, und die Band doch Rhythm-and-Blues spielt.

Bekannte Lieder und viel Humor

Die Lieder der Band sind bekannte Oldies, wie „Gimme Some Lovin“ der Spencer Davis Group, „Everybody Needs Somebody to Love“ von Solomon Burke, Aretha Franklins „Think“, Cab Calloways „Minnie the Moocher“, „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley, „Soul Man“ von Sam & Dave, „Peter Gunn“, eine Filmmusik von Henri Mancini, oder das Thema aus dem Western „Rawhide“. Die Musik wird in Perfektion von einer Band gespielt, die auf einem stählernen Podest sitzt, der über der Bühne auf und ab schwebt.

Thorsten Köhler, Gregor Trakis und Lemuel Pitts überzeugen gesanglich am besten. Begleitet werden die Sänger stets von den drei Soulgirls Nina Links, Jennifer Mai und Sue Lehmann, die ebenfalls stimmlich überzeugen.

Die multifunktionelle Bühne des Theaters ermöglicht einen reibungslosen Spielfluss. Das Bühnenbild von Till Kuhnert besteht aus drehbaren Brückenpfeilern, in denen sich das Waisenhaus und Elwoods Unterschlupf befinden.

Extrem lustig ist die Idee, das abgewrackte Auto der Brüder von zwei Polizisten über die Bühne drücken zu lassen. Und erst zum Schluss erfährt man, warum eine in Gelb gekleidete Frau (Christiane Motter) versucht, die Brüder umzubringen. Die mit viel Humor durchtränkte Geschichte hat reinen Unterhaltungswert, der „Blues Brothers“ zu einer überaus sehenswerten Show macht.

Die nächste Vorstellung ist am heutigen Mittwoch (17. Januar) um 19.30. Weitere Informationen und Tickets unter www.staatstheater.saarland. Übrigens tourt ab Februar die Show „The Blues Brothers - APPROVED“, die einzige offiziell autorisierte Show von Dan Aykroyd, mit Brad Henshaw als Jake und Chris Chandler als Elwood, durch Deutschland und gastiert am 9. März in Trier in der Europahalle.