UNTEREISENBACH/STOLZEMBURG
SVEN WOHL

Illegal entsorgter Müll bei der Our im Norden des Landes

Illegale Müllhalden erhitzen nicht nur die Gemüter von Umweltschützern. Sie finden auch ihren Weg in die Presse, wo sie für viel Diskussionsstoff sorgen. So etwa im Fall einer angeblichen illegalen Deponie, die zwischen Untereisenbach und Stolzemburg zu finden sei. Dieser Fall einer Müllhalde bei der Our schaffte es gleich mehrmals in die nationale Presse. Dies bewegte die Abgeordneten der DP, André Bauler und Max Hahn auch dazu, eine parlamentarische Anfrage an die Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) zu richten. Sie erkundigten sich unter anderem nach der behördlichen Reaktion auf diese illegale Müllhalden.

Anhänger und Sperrmüll

In ihrer Antwort schreibt die zuständige Ministerin, dass zwei Beamten der Kontrolleinheit der „Administration de l’environnement“ (AEV) am 23. April 2020 eine Kontrolle am genannten Ort durchgeführt hätte. Vorgefunden hätten sie dabei vier Anhänger, welche dem Agrar-Bereich zuzuordnen seien, und Bleche, welche von einer Demontage eines Gutshofs stammen sollen. Zusätzlich sei noch Sperrmüll bei der Einfahrt zur N10 entdeckt worden. Darunter befanden sich Möbel, gebrauchte Reifen, Stoßdämpfer und ein Kühlschrank. Diese Abfälle stammen vermutlich von einer anderen Person, so die Ministerin in ihrer Antwort auf die Anfrage. Da es an Zeugen mangele, stünden die Chancen schlecht, dass die in die Wege geleitete Untersuchung einen Erfolg habe. Die Ministerin stellte außerdem klar, dass manche Fotos, die in der Presse zu finden waren, vermutlich von der deutschen Seite des Ufers aus geschossen wurden.

Keine Gefahr der Kontaminierung

Die Ministerin sieht dann auch davon ab, die genannten Zustände als „Müllhalde“ zu bezeichnen. Sie nennt die Situation jedoch bedauerlich und verweist darauf, dass hier gegen die legalen Rahmenbedingungen verstoßen wird. Mit Blick auf die Our weiß die Ministerin zudem zu beruhigen: Es bestünde kein Risiko auf eine Bodenverschmutzung durch den Sperrmüll, weshalb auch keine diesbezüglichen Analysen durchgeführt werden müssten. Auch wenn die Lage der vermeintlichen Müllhalde aus der Luft betrachtet nahe am Ufer sei, so gestalte sich der Höhenunterschied so, dass man keine Kontaminierung fürchten müsse.

Am 6. Mai sei man schließlich dazu übergegangen, den Inhabern des Grundstücks aufzutragen, den Müll bis zum Ende des Monats zu beseitigen. Das Grundstück befinde sich jedoch im Besitz von Personen, deren Wohnsitz sich in Deutschland befinde, weshalb die Möglichkeiten der luxemburgischen Behörden sehr begrenzt seien.