LUXEMBURG/KAYL/DÜDELINGEN
DANIEL OLY

Die zweite luxemburgische Drohnenmeisterschaft steht in den Start-Boxen

Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres schicken sich die Organisatoren von FPVNation an, ein weiteres Mal rasante Unterhaltung und spektakuläre Luftakrobatik zu bieten. Dabei besinnen sich die Experten des einzigen eingetragenen und voll lizensierten Drohnenvereins Luxemburgs nicht nur auf das bislang erfolgreiche Muster: „Wir haben neben einer völlig neuen Streckenführung auch an dem eigentlichen Event geschraubt“, erklärt Saskia Schmitt, die sich als „Race Director“ um alle wichtigen Planpunkte in der Rennleitung kümmert. So gibt es dieses Jahr drei einzelne Renntage von Mai bis September, statt den gesamten Wettbewerb an einem Wochenende abzuhalten. „Damit spielt die individuelle Tagesform eine nicht ganz so entscheidende Rolle, stattdessen wird eine gute Leistung über die gesamte Saison belohnt.“

Neues Format mit bekannten Regeln

Geflogen wird - soweit die bisherige Planung - in drei Austragungen. Das erste Rennen wird an diesem Samstag, den 25. Mai in Düdelingen auf dem Feld des Aéro-Club Dudelange ausgefochten, als weitere Termine stehen bislang der 29. Juni und der 22. September. „Wir haben uns auch ein Gewichtungssystem einfallen lassen, falls an einem der drei Rennen überdurchschnittlich viele Piloten teilnehmen - oder umgekehrt“, meint Schmitt. Damit soll sichergestellt werden, dass der beste Pilot aus dem Großherzogtum später als Sieger gezählt werden kann. 31 Piloten sind für das Rennen an diesem Samstag angemeldet, elf davon fliegen in der Wertung der luxemburgischen Meisterschaft. Die anderen Piloten kommen aus der Großregion, sie fliegen ebenfalls um ihre Wertung.

„An den eigentlichen Rennen hat sich nicht viel geändert“, betont sie. So werden auch weiterhin Qualifikationsrunden geflogen, um die Startreihenfolge und die Gruppen festzulegen. „Dann wird wie gehabt in Gruppen von vier Piloten gestartet.“ Im Finale der besten Vier gibt es dann fünf Läufe - wer als erster zwei davon gewinnt, siegt. Damit da alles mit rechten Dingen zugeht, setzt FPVNation deshalb auf freiwillige Helfer, die in der Rolle der Aufpasser darauf achten, dass die Piloten sich an den Kurs halten: „Jeder Pilot hat auch seinen eigenen Richter, der ihm Anweisungen geben kann und ihm über die Schulter schaut“, meint sie.

Wobei „über die Schulter“ schauen bei den FPV-Drohnen eher die falsche Umschreibung ist: FPV steht für „First Person View“ und bezeichnet deshalb ganz treffend, dass die Piloten (und daher auch die Richter) alles aus der Sicht der rasanten Copter sehen - und die sind mit bis zu 150 Stundenkilometern durchaus flink unterwegs. Wer sich diesen Geschwindigkeitsrausch nicht entgehen lassen will: FPVNation sucht für die zwei weiteren Renntage weiterhin Freiwillige. „Es ist viel Arbeit, ein solches Event vorzubereiten“, erklärt Schmitt. Die Planung habe so etwa schon nach der Austragung 2018 begonnen.

Kühlen Kopf bewahren

Und wie bereiten sich die Piloten selbst vor? Siegessicher gibt sich beispielsweise der amtierende Meister, Daniel Gitzinger: „Ich habe knapp vier Jahre Flugerfahrung, das ist ein Vorteil im Vergleich mit manch anderem Piloten“, erklärt er. Seine Vorbereitung sei deshalb denkbar simpel: „Ein Maximum an Übungskilometern abspulen, vor allem im Simulator“, sagt Gitzinger. Dass das nicht immer mit Job, Alltag und Familie vereinbar sei, klingt logisch. Seine Chancen auf eine Titelverteidigung sieht er aber dennoch hoch: „Wenn ich meinen Erfahrungsvorteil ausspielen und einen kühlen Kopf bewahre, habe ich beste Chancen.“

Auch für den jüngsten Piloten aus Luxemburg spielt das eine Rolle: „Die Nervosität in den Griff zu bekommen, wenn es im Rennen wirklich um alles geht - das kommt mit der Erfahrung“, meint Tim Loewen. Er ist mit 15 Jahren der zweitjüngste Starter, der andere Pilot wird aber nicht in der Meisterschaft gewertet. Loewen fliegt erst seit etwas mehr als einem Jahr. „Ich habe mich schon immer ein bisschen dafür interessiert, mich über YouTube dann weiter angefixt - und mir dann irgendwann einen eigenen Copter zugelegt.“ Die nationale Meisterschaft wird sein erster Wettbewerb mit den „großen“ Drohnen sein. „Sonst bin ich nur auf unserem Übungsgelände unterwegs“, sagt er. Denn er weiß: Übung macht den Meister. Loewen zeigt aber auch, dass das Drohnenhobby auch junge Menschen begeistert. „Es ist eigentlich ein einfaches Hobby“, meint er. „Man braucht Geduld und Technikvermögen, ist aber nicht unmöglich.“ Denn die Piloten schrauben ihre Copter selbst zusammen, meist aus akribisch zusammengesuchten Einzelteilen. Eine perfekte Fertiglösung gibt es jedenfalls nicht. „Schwer zu lernen ist das nicht unbedingt, es gibt ja reichlich Hilfe“, meint Loewen - auch mit Blick auf FPVNation, wo sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen. Er selbst schraubt auch viel mit seinem Vater, der ihm beim Zusammenbau hilft. „Mich fasziniert die Technik dahinter so sehr“, überlegt er.

Mehr Informationen unter fpvnation.org