LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Noch kein Urteil im Prozess um den Brandanschlag auf den eigenen Cousin

Am Donnerstag sollte eigentlich das Urteil gegen den 27-jährige Luxemburger Sven H. fallen, der sich vor der Kriminalkammer verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, am 23. September 2017 in Esch/Alzette nach einem Streit seinen Cousins (28) aus einer Flasche mit einer brennbaren Flüssigkeit übergeschüttet und angezündet zu haben. Aufgrund mildernder Umstände hatte der Anklagevertreter wegen Mordversuchs auf 15 Jahre Haft plädiert, die eventuell mit Auflagen verbunden werden konnten.

Das Gericht ist am Donnerstag zur Überzeugung gekommen, dass bei der Tat eine akute Krankheitsphase vorgelegen habe. Darum muss sich H. einer neuen psychiatrischen Untersuchung unterziehen.

Allem Anschein nach wollte H. seinen Cousin bei lebendigem Leibe verbrennen. Der Cousin überlebte mit Brandwunden zweiten Grades an der rechten Hand. Sie wurden von einem medizinischen Gutachter als nicht lebensgefährlich eingestuft. H. soll am Tattag so zermürbt gewesen sein, dass er zuerst an Selbstmord dachte. Eine teuflische Stimme habe ihm zugeflüstert, sich zu töten. Laut Psychiaterin endete sein hoher Drogenkonsum in einer Psychose mit Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen.

Der Grund für die Tat sei aber ein Streit mit seinen Cousin gewesen. H. gab darüber hinaus an, in seinem Cousin einen Außerirdischen gesehen zu haben, den er einen „schäiss Alien“ nannte.