SCHENGEN
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Zum Abschluss der „Euro-WG“-Tournee: Debatte über Jugend und Europa

Neun Aufführungen an neun Lyzeen der Großregion vor insgesamt rund 800 Schülern: In den vergangenen Wochen war die „Euro-WG“ unterwegs. Es handelt sich dabei um ein Schultheaterstück, das den Mikrokosmos einer Wohngemeinschaft auf den Makrokosmos der EU überträgt. Es ging um verschiedene Kulturen, verschiedene Lebensprojekte, aber auch die Suche nach Kompromissen, um die Solidarität untereinander. Gestern fand die Aktion, die unter der Schirmherrschaft der luxemburgischen Ministerin der Großregion und derzeitigen Vorsitzenden des Gipfels der Großregion, Corinne Cahen, stand, und von der Deutschen Botschaft sowie der Mercator-Stiftung aus Nordrhein-Westfalen organisiert wurde, ihren Abschluss im Schengener „Koch-Haus“ mit einer Podiumsdiskussion über die Jugend und die Zukunft Europas. Esther aus dem belgischen Sankt Vith, Niklas aus Trier, John aus Luxemburg und Henri aus Nancy sagten vor einem Publikum aus rund 50 Schülern, Lehrern und Politikern, wie Europa für sie aussehen müsste.

Jugendkonferenz der Großregionam 9. Mai in Luxemburg

Dabei wurde mehr Aufklärung eingefordert, aber auch mehr Zusammenhalt und mehr Möglichkeiten, sich als Jugendliche aus den verschiedenen Mitgliedstaaten zu treffen. Vor allem aber wurde von den Politikern verlangt, dass sie die Stimmen der Jugend ernst nehmen und sich für deren Anliegen einsetzen. Die erwachsenen Diskussionsteilnehmer, neben Corinne Cahen, Karl-Heinz Lambertz, ehemaliger Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und heutiger Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, der rund 140.000 Kommunen in 300 Regionen vertritt, der saarländische Landtagspräsident Stephan Toscani und Richard Stock, Generaldirektor des „Centre Européen Robert Schuman“ aus Scy-Chazelles, warben ihrerseits für mehr politisches Engagement der Jugendlichen. „Die Möglichkeiten der Demokratie sind nicht zu unterschätzen“, sagte Toscani, „sie ist aber keine Einbahnstraße“. Corinne Cahen verwies ihrerseits auf die großregionale Jugendkonferenz, die am kommenden 9. Mai - dem Europatag - in Luxemburg über die Bühne geht. „Politiker sprechen oft gerne und lange. Hier haben die Jugendlichen das Wort und wir werden zuhören“, sagte die DP-Politikerin, die die Jugendlichen aufforderte, sich in die Politik einzubringen und sich zu informieren.

Karl-Heinz Lambertz betonte seinerseits, dass das Bildungswesen eine ganz zentrale Rolle spiele, um das politische Engagement der Jugendlichen zu wecken. Man habe aber bislang „kläglich versagt“, die Schulsysteme dafür auch auszustatten. Richard Stock hob indes hervor, dass die Großregion mit SESAM‘GR über eines der größten grenzüberschreitenden Ausbildungsprogramme verfüge, um die Jugendlichen auf ihre berufliche Zukunft in diesem „Mini-Europa“ vorzubereiten, das die Großregion darstellt. Auch Frieden, Nationalismus und Digitalisierung waren bei der Podiumsdiskussion ein Thema. Sie konnten bei einem vom Schengener Bürgermeister Michel Gloden ausgerichteten Empfang weiter vertieft werden.


Unsere Reportage zur „Euro-WG“:
tinyurl.com/EuroWG