LUXEMBURG
LJ

Neben der Pandemie stellen Fake News eine Bedrohung dar

Neben der Pandemie ist es die virale Verbreitung von Falschinformationen, welche eine große Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Dies ist auch die Ansicht der „World Health Organization“ (WHO), welche vorgestern einen neuen Aufruf gegen diese Streuung an falschen Informationen startete. Hier sei es die Technologie, welche zum einen hilft, die Menschen zu informieren, welche dazu beiträgt, dass eine immer größere Verbreitung dieser Falschinformationen mit zunehmender Geschwindigkeit erfolgt.

Falschinformationen mit erheblichen Folgen

Die Konsequenzen der Verbreitung dieser Fake News wird gerne unterschätzt. Denn durch sie werden die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nachhaltig geschwächt. Dies kann in letzter Konsequenz auch Menschenleben kosten, schreibt die WHO, welche zusammen mit der UN, der UNICEF, UNDP, UNESCO, UNAID, ITU, UN Global Pulse und IFRC auf diese Gefahren aufmerksam macht. Die Falschinformationen würden zudem direkt an die körperliche und geistige Gesundheit gehen, Stigmatisierungen anfachen und Fortschritte im Kampf gegen das Virus behindern. Bereits im Mai gab es eine Resolution der WHO-Mitgliedsstaaten, aktiv gegen die Fehlinformationen vorzugehen. Klare und starke Maßnahmen müssten ergriffen werden, um die voranschreitende Verbreitung von Fake News zu unterbinden. Dazu wurde unter anderem die Webseite Covid19.lu eingerichtet, wo sämtliche Informationen auf einen Blick zu finden sind.

Luxemburg ist keine Ausnahme

Denn was Fake News angeht, ist Luxemburg keine Insel. Auf den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, finden sich mehrere Gruppen, in denen den Verschwörungstheorien und falschen Informationen wissentlich freien Lauf gelassen wird. Die Möglichkeiten, dies bei den Plattformbetreibern spezifisch als das Verbreiten von Fehlinformationen bezüglich der Pandemie zu melden, besteht indes leider nicht.

Die Plattformen stehen hier ebenfalls in der Verantwortung. Sie spüren laut einer Studie der University of Oxford gerade einmal ein Prozent der Fake News auf. Die Daten beruhen auf einer Analyse von Youtube-Videos, wovon gerade einmal ein Prozent (8.105) von der Google-Tochter entfernt wurden. Die Forscher überraschte hier, dass diese Videos ihre Reichweite nicht Youtube zu verdanken haben, sondern Facebook, wo sie massenhaft geteilt werden. Lediglich 55 der untersuchten Videos wurde seitens Facebooks mit einem Warnhinweis ausgestattet. Insgesamt sollen von Oktober 2019 bis Mai diesen Jahres solche Videos über 20 Millionen Mal geteilt worden sein. Damit würden sie eine größere Reichweite erhalten, als konventionelle Medien es tun würden, so die Einschätzung der Forscher.

Die WHO weist außerdem darauf hin, dass die Verbreitung von Hassreden und Falschinformationen weiter zu einer Steigerung des Konfliktrisikos, der Gewalt und den Verstößen gegen Menschenrechte führt. Dies stelle eine ernste Gefahr für die Demokratie, Menschenrechte und die soziale Kohäsion dar.