LYDIA MUTSCH

Die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, auch als Tripper bekannt, kann eigentlich recht einfach behandelt werden. Durch das Verwenden von Kondomen ist außerdem eine Ansteckung mit der Krankheit zu verhindern. In einer Mitteilung der WHO vom vergangenen Freitag warnte diese nun, dass die Behandlung von Gonorrhoe immer schwieriger wird. Grund sei die steigende Antibiotikaresistenz und die somit immer kleiner werdende Auswahl an wirksamen Medikamenten. Hierzu Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. 

„Antibiotikaresistenz ist ein sehr ernstes Problem. Weltweit sterben mehrere Tausend Menschen jährlich, weil keine geeigneten Behandlungen mehr zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren könnten es Millionen werden. Die WHO hat nun die Aufmerksamkeit auf die Gonorrhoe-Infektion gezogen, weil das an sich eine einfach zu behandelnde Erkrankung war, die aber über die letzten Jahre rapide resistent wurde. Auch in Luxemburg sieht man vermehrt Antibiotikaresistenz bei Gonorrhoe. Dieses Beispiel zeigt auf erschreckende Weise, wie schnell man die Vorteile einer Behandlung verlieren kann, wenn man diese nicht richtig einsetzt.

Wie viele Menschen pro Jahr in Luxemburg an Gonorrhoe erkranken, um eine Aussage über eine etwaige Zunahme der Erkrankungen tun zu können, kann nicht belegt werden. Das Gesundheitsministerium verfügt hierzu aktuell über keine exakten Zahlen. Basierend auf Daten aus unseren Nachbarländern können wir jedoch hochrechnen, dass wir ungefähr 100 bis 150 Fälle pro Jahr im Land haben. Das Ministerium hat vor Kurzem ein neues Gesetz über die Meldepflicht von Infektionen auf den Instanzenweg gebracht, mit der Absicht, dass wir damit in der nahen Zukunft bessere Daten bekommen. 

Allgemein hat Luxemburg heute ein im Vergleich zu anderen EU-Staaten durchschnittliches Niveau an Antibiotikaresistenz. Die Lage hierzulande wird natürlich wie immer durch seine Nachbarländer stark beeinflusst. Menschen reisen, und mit ihnen die Infektionskeime und die Antibiotikaresistenz. Das Problem der Antibiotikaresistenz kann deshalb nur global bekämpft werden. Luxemburg liefert augenblicklich seinen Teil zu dieser internationalen Allianz bei, und zwar durch die Entwicklung eines nationalen Antibiotika-Aktionsplanes. Dieser Aktionsplan wird Ende 2017 vorgestellt werden.

 Konkrete Maßnahmen gegen Antibiotikaresistenz und Antibiotikamissbrauch werden im zukünftigen nationalen Aktionsplan detailliert dargestellt werden. Diese Maßnahmen betreffen die Überwachung der Resistenz beim Mensch aber auch beim Tier, die Diagnose und Behandlung, die Information und Sensibilisierung des medizinischen und pflegerischen Fachpersonals, die Information der Bevölkerung sowie die medizinische Forschung. Alle Maßnahmen werden in einer ‚One Health‘-Perspektive getroffen, das heißt mit Einbeziehung der Human-und der Tiermedizin, sowie gewisser Umweltfaktoren zu denen etwa Antibiotikarückstände im Abwasser zählen.“