DEN HAAG/LYON
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Europol zerschlägt Menschenhändlerbande in Frankreich und Bulgarien

Herbstzeit - Lesezeit: Auch wenn die moderne Technik längst im Weinberg Einzug gehalten hat, ist die sogenannte „Man-Power“ nicht zu ersetzen, auch wenn so manche Maschine die Arbeit von bis zu 100 Erntehelfer tätigen kann.

Im Rahmen der Weinlese haben bulgarische und französische Strafverfolgungsbehörden, unterstützt durch Europol, eine organisierte Bande zerschlagen, die am Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften und der Geldwäsche beteiligt war. Mehr als 80 Ermittler aus Bulgarien und Frankreich waren an dem Aktionstag beteiligt. Die Bande rekrutierte Arbeiter in Bulgarien für die Erntezeit in Frankreich. Die Untersuchungen führten zur Identifizierung von 167 potenziellen Opfern, die von vier verschiedenen Weinbauunternehmen in der Nähe der französischen Stadt Lyon beschäftigt wurden. Die französischen Strafverfolgungsbehörden haben vier Mitglieder der Gruppe verhaftet, drei aus Bulgarien und einen aus Frankreich. Die bulgarischen Mitglieder der Gruppe waren für die Rekrutierung in Bulgarien zuständig, während das französische Mitglied die Logistik übernahm, einschließlich der Organisation von Unterkünften für die Arbeiter.

Personalvermittlungsagentur hinter der Ausbeutung von Arbeitskräften

Die Bande arbeitete hinter einem legalen Unternehmen, einer in Bulgarien ansässigen Arbeitsagentur. Das Unternehmen rekrutierte bulgarische Staatsangehörige aus benachteiligten Regionen als Saisonarbeiter für die französische Landwirtschaft. Die Arbeiter unterzeichneten Arbeitsverträge in einer Fremdsprache, während ihnen gesagt wurde, dass sie 60 Euro pro Tag erhalten würden. Neben dem Lohn wurden den Arbeitern auch Unterkunft und Transport versprochen. In Wirklichkeit wurden sie nach Frankreich geschickt und dann auf einem Campingplatz einquartiert, wobei ihnen das Geld für Mahlzeiten vom Lohn abgezogen wurde. Nach Ablauf ihrer Verträge hat die Agentur auch Transportkosten und andere verschiedene Gebühren von der Endabrechnung einbehalten. Die Endgehälter der Arbeiter reichten oft nicht einmal aus, um ihre Reise zurück nach Bulgarien zu bezahlen.

Das Netzwerk nutzte dieses Geld und wusch es über Immobilien in Frankreich. Europol unterstützte die Untersuchung, indem es den sicheren Informationsaustausch erleichterte, operative, analytische und nachrichtendienstliche Unterstützung leistete und einen Analytiker zur Unterstützung der operativen Maßnahmen in Frankreich einsetzte.