LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Filmproduzent Nicolas Steil bringt 2015 zwei Filme mit Hollywoodstars in die Kinos

Zwei Neuerscheinungen mit viel Hollywoodprominenz lässt die luxemburgische Filmproduktionsfirma IRIS im kommenden Jahr auf das Kinopublikum los. Beide Produktionen - „Colonia Dignidad“ und „The Dark Side of the Moon“ - wurden teilweise auf luxemburgischem Grund und Boden gedreht, bei letztgenannter wurden sogar 70 Prozent der Szenen im Großherzogtum gefilmt. Kann die luxemburgische Mutterfirma IRIS Productions immer häufiger Produktionen und Koproduktionen mit Stars wie Emma Watson, Jürgen Prochnow oder Moritz Bleibtreu an Land ziehen, weil sie und ihre Ableger in der Vergangenheit sich ein internationales Renommee hart erarbeitet haben? „Wenn wir nicht seriöse arbeiten würden, bekämen wir die Projekte natürlich nicht, erklärt Produzent Nicolas Steil, CEO und Präsident der IRIS-Gruppe, die im Filmland Kehlen ihren Sitz hat. Der Hauptgrund, dass die Firma vermehrt internationale Filme mit Topstars wie eben „Colonia Dignidad“ und „The Dark Side of the Moon“ produzieren kann, lässt sich anhand der IRIS-Firmenstruktur erklären. Steil hat vor Jahren bereits in mehreren europäischen Ländern Tochterfirmen gegründet, die den lokalen Filmmarkt nach interessanten Projekten durchforsten. Die beiden letztgenannten Filme hat beispielsweise Andreas Eicher von IRIS Deutschland für das Mutterhaus an Land gezogen. Man ernte jetzt die Früchte einer Arbeit, die vor Jahren begonnen habe, erklärt Steil mit Blick auf die Niederlassungen, die er in Europa gegründet hat.

Bäume spielen tragende Rolle

Der Produzent arbeitet zurzeit an seinem 41. Filmprojekt und nimmt sich mittlerweile die Freiheit, sehr akribisch bei der Auswahl der Filme vorzugehen. Er produziere nur noch jene Filme, die seine Firma weiter bringen würden. Filme, wie zum Beispiel „The Dark Side of the Moon“, eine Literaturverfilmung des Schweizers Martin Suter. Die Romanfigur des Anwalts, die irgendwann eine neue Facette ihrer Persönlichkeit entdeckt und zu einem brutalen Killer mutiert, hat den luxemburgischen Produzenten auf Anhieb fasziniert. „Streng genommen hat er schon immer als Killer gearbeitet, als Anwalt hat er Wörter als Waffe eingesetzt“, bemerkt Steil.

Eine weitere Figur, die im Film eine tragende Rolle spielen wird, ist... der Wald. „Ich erkunde gerne die Wälder in Luxemburg, um zu entspannen und um Stress abzubauen.“ Bei einer Wanderung durch das Müllerthal entdeckte er die dortigen Fels als Filmdekor für die Kino-Adaption von „Die dunkle Seite des Mondes“. Darauf hin schleppte er Regisseur Stephan Rick ins Müllerthal, um ihn die landschaftlichen Vorzüge dieser Region zu zeigen. Dieser war sofort von der Flora angetan, speziell von der Vielfalt der Baumsorten. Eine solche Vielfalt gäbe es nicht im Schwarzwald, merkt Steil schmunzelnd an. Der Drehtross hat Luxemburg mittlerweile verlassen und ist in Richtung Deutschland weitergezogen. Beide Produktionen kommen im Herbst 2015 ins Kino, im Prinzip kämen die Stars nach Luxemburg, um die Filme zu promoten, erklärt Steil. Es sei denn, sie würden mitten in Dreharbeiten stecken, ergänzt der Produzent.