ESCH/ALZETTECORDELIA CHATON

Ab Montag empfängt das „Chiche!“ in seinen neuen Räumen in Esch/Alzette Gäste -

Die letzten Möbel kommen am Donnerstag, doch sonst ist schon alles startbereit: Ab Montag, den 15. Juni um 12.00 eröffnet das „Chiche!“ seine Türen im neuen Restaurant in Esch/ Alzette gegenüber dem Theater. „Die offizielle Eröffnung findet am 26. Juni statt“, erzählt Marianne Donven, Miteigentümerin der „Chiche!“-Restaurants. Die Eröffnung des zweiten Restaurants nach dem auf Limpertsberg war lange geplant. Doch dann kam die Coronaviruskrise dazwischen. Jetzt wollen die Initiatoren endlich eröffnen.

„Wir haben eine Menge Anfragen von den Mitarbeitern, die wieder arbeiten wollen“, berichtet Donven. Die Restaurants „Chiche!“ gründeten sich aus einer Initiative für Flüchtlinge. Bis heute sind von den 41 Mitarbeitern, die auf dem Limpertsberg und in Esch/ Alzette arbeiten, 37 Asylbewerber. Sie kommen aus so unterschiedlichen Ländern wie Syrien, Albanien, Afghanistan, dem Irak, Eritrea oder Kamerun. „Wir hatten geplant, sechs neue Mitarbeiter in Esch einzusetzen. Aber das ist wegen der Kurzarbeit schwierig“, erklärt Donven, die viele Nachrichten mit Anfragen von den Mitarbeitern erhält, denen im Heim die Decke auf den Kopf fällt. „Sie verstehen nicht, warum der eine schon arbeiten kann und der andere noch nicht. So werden erstmal vorhandene Mitarbeiter in Esch eingesetzt.

Aber wir haben sie in Teams aufgeteilt, wie es die Pläne der Horesca vorsehen.“ Ein Team arbeitet von 9.00 bis 16.00, das zweite von 16.15 bis 23.15. „Wenn dann ein Team krank wird, können wir immer noch auf ein anderes Team zurückgreifen“, sagt Donven. Die neueren Mitarbeiter erhalten den Mindestlohn. Diejenigen, die länger dabei sind, verdienen etwas mehr. „Sie haben dann wegen der Kurzarbeit Lohneinbußen und das macht sich natürlich schnell bemerkbar“, weiß die Geschäftsführerin. Die Küche ist in beiden Restaurants syrisch-libanesisch, da Chadi Beckdach, der Chefkoch, ein im Libanon geborener Syrer ist. Die Karte in Esch/Alzette ist etwas kleiner. Die Betreiber wollen erstmal sehen, wie das Konzept angenommen wird.

Genau wie alle anderen Betriebe des Horesca-Sektors leidet auch das „Chiche!“ unter der Krise. „Als Arbeitgeber haben wir über 20.000 Euro Sozialabgaben im Monat. Das häuft sich natürlich während einer Dauer von zweieinhalb Monaten“, rechnet Donven vor. „Dazu kommen die Kosten für Wasser und Elektrizität.“ Sie ist sehr froh darüber, dass der Vermieter dem Restaurant zwei Monate Miete erließ. Die Zahlung der Sozialabgaben hat die Regierung auf lange Zeit gestundet. „Aber zahlen müssen wir sie natürlich trotzdem“, stellt Donven fest.

Nicht ganz einfach ist auch die Situation angesichts der geringeren Zahl an Gästen. Auf dem Limpertsberg können jetzt von 285 vorhandenen Sitzplätzen 145 genutzt werden, in Esch/ Alzette reduziert sich die Zahl von 50 auf 36. „Die Hygienemaßnahmen reduzieren die Einnahmen auf ein Drittel“, meint Donven, deren Restaurant das Label „safe to serve“ erhalten hat und sich an die strengen Hygienemaßnahmen hält. Dazu gehören neben den Abständen aus Plexiglasabsperrungen, das regelmäßige Desinfizieren von Tischen und Stühlen und das Tragen der Masken. „Da unsere Mitarbeiter so viel laufen müssen, ist das ganz schön lästig“, sagt sie.

Donven ist auf der Suche nach ein bis zwei Freiwilligen, die täglich einige Stunden im Restaurant verbringen, um bei Fragen der Kunden auszuhelfen. „Die Kommunikation ist nicht immer einfach“, sagt sie mit Blick auf die vielen Sprachen in Luxemburg. Diese Person kann dann auch den von der ursprünglichen Mitgründerin Frédérique Buck vorgeschlagenen Namen erklären. Denn „Chiche!“ leitet sich sowohl vom französischen Wort für Kichererbse ab, einer wichtigen Zutat für den traditionellen Falafel, als auch vom gleich lautenden arabischen Wort für Spieß und vom französischen Begriff für die Annahme einer Herausforderung.