LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

„Société Nationale des Habitations à Bon Marché“ will noch aktiver werden

Die Jahrespressekonferenz der „Société Nationale des Habitations à Bon Marché“ stand gestern unter einem ganz besonderen Stern: Der öffentliche Bauträger feierte am Abend in der Luxexpo im Beisein von unter anderem Premier Xavier Bettel und Wohnungsbauministerin Sam Tanson sein 100. Jubiläum.

Zu diesem Anlass ändert die SNHBM auch ihr Logo und bringt zudem ein „Album du Centenaire“ heraus, das von der Kunsthistorikerin Antoinette Lorang zusammen gestellt wurde und die markantesten Projekte der Gesellschaft seit den 1920ern in Text, Bild und Bauplänen beschreibt.

Mehr Mietwohnungenund „location abordable“

Ausschlaggebend für die Gründung der SNHBM am 19. Oktober 1919 war die Wohnungsnot im Süden des Landes infolge des Booms der Stahlindustrie, wie Verwaltungsratspräsidentin Annick Rock in Erinnerung rief. Damals drängten Tausende aus ländlichen Gebieten in die Minette und suchten dort nach Wohnraum in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Rock verwies auch darauf, dass die SNHBM als erste die Instrumente des Vorkaufsrechts und des Erbpachtvertrags nutzte, um an Grundstücke zu kommen und erschwinglichen Wohnraum anbieten zu können.

2015 gab sich die Gesellschaft eine neue Strategie, um ihre Tätigkeit auszubauen. Statt 80 Wohnungen jährlich im Schnitt sollten fortan 250 Wohnungen neu in die Bauphase gehen. Laut Direktor Guy Entringer waren es im vergangenen Jahr 300 an sieben Orten, fertig gestellt wurden im vergangenen Jahr 109 Wohnungen.

Insgesamt befanden sich 2018 804 Wohnungen im Bau an 16 Baustellen. Das stellt ein Gesamtinvest von rund 80 Millionen Euro dar. Das wichtigste Vorzeigeprojekt ist derzeit „Elmen“: Bei Olm in der Gemeinde Kehlen sollen auf 27 Hektar rund 750 Wohnungen für 2.000 Personen entstehen.

Die 100 ersten werden wahrscheinlich zur Schulrentrée 2020/2021 bezogen werden können. Dann, wenn auch die Schule, der Supermarkt und das Parkhaus fertig sind, die in dem neuen Dorf vorgesehen sind. Bald schon sollen allerdings neun Musterhäuser stehen. Die SNHBM will in den kommenden Jahren auch die Zahl ihrer derzeit 212 Mietwohnungen vergrößern und ist seit kurzem auch in der „location abordable“ aktiv. Hier geht es darum, Mietsätze zwischen den sozialen Mieten von 3,8 bis 4 Euro pro Quadratmeter und dem regulären Marktpreis anzubieten, also Tarife von 12 bis 14 Euro pro Quadratmeter. „Wir wollen innovative und nachhaltige Wohnungen bauen“, sagt Guy Entringer, der sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Gemeinden wünscht, um Bauprojekte auf den Weg zu bringen. Sorgen bereitet dem SNHBM-Direktor derzeit vor allem, dass Baufirmen immer mehr Mühe haben, die Projekte zügig umzusetzen.

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