LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Journées européennes du patrimoine“ unter dem Motto „Kulturerbe und Bildung - Lernen fürs Leben!“

Am Freitag fiel der Startschuss der diesjährigen „Journées européennes du patrimoine“. Bis zum 4. Oktober erhalten europaweit Millionen Menschen kostenlosen Zugang zu oftmals nur selten geöffneten Kulturstätten. Gleichzeitig wird ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm angeboten, bei dem es vordergründig darum geht, die Besucher über ihr gemeinsames kulturelles Erbe aufzuklären und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich aktiv an der Bewahrung des europäischen Erbes für heutige und künftige Generationen zu beteiligen.
Die Idee geht derweil auf den französischen Minister Jack Lang zurück. Er schlug eine „Journée portes ouvertes dans les monuments historiques“ vor, die, nachdem sie in Frankreich erfolgreich durchgeführt worden war, auf andere europäische Staaten ausgedehnt werden sollte. 1991 führte der Europarat offiziell die „European Heritage Days“ (Europäische Tage des Kulturerbes) ein. Seit 1999 werden sie jedes Jahr zusammen mit der Europäischen Union organisiert.
Die Initiative soll:für den kulturellen Reichtum und die kulturelle Vielfalt Europas sensibilisieren, Interesse am kulturellen Erbe  Europas wecken, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken und die Toleranz gegenüber anderen Kulturen in ganz Europa fördern, der Öffentlichkeit und den Regierungen (beziehungsweise den politischen Entscheidungsträgern) die Notwendigkeit bewusst machen, das kulturelle Erbe zu schützen und Europa auffordern, auf soziale, politische und wirtschaftliche Herausforderungen des Kultursektors zu reagieren.

Sensibilisieren und Interesse wecken

Die „Journées européennes du patrimoine“ finden jedes Jahr im September in den 50 Unterzeichnerstaaten des Europäischen Kulturabkommens statt. In diesem Jahr stehen sie unter dem Motto „Kulturerbe und Bildung - Lernen fürs Leben!“.  
Ziel ist letztlich die Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit und vor allem junger Menschen für das kulturelle Erbe und die Werte, die es vermittelt, sowie für die Bedeutung des Schutzes und der Bewahrung dieses Erbes.
Mehr erfahren unter www.journeesdupatrimoine.lu und www.europeanheritagedays.com
In ganz Europa wird die Bedeutung des kulturellen Erbes im Rahmen der „European Heritage Days“ gefeiert und hervorgehoben. Während man sich auf grundlegende, gemeinsame Prinzipien geeinigt hat, zeigen sich doch Unterschiede in den jeweiligen Ländern. Das hängt auch mit der Geschichte der jeweiligen Nationen zusammen, sowie deren Selbstdarstellung.
Bemerkenswert ist, dass nicht nur Länder, sondern einzelne Städte ihr eigenes Programm auf die Beine stellen. So etwa die europäische Hauptstadt Brüssel, welche am 19. und 20. September dazu einlud, die Stadt mit ihrer Farbenpracht aus einer neuen Perspektive zu erleben. In den Museen setzte man entsprechend auch auf eine farbenfrohe Ausstellung. Es überrascht wenig, dass in Belgien neben dieser Aktion auch noch separate Veranstaltungen durch den wallonischen und flämischen Teil des Landes organisiert wurden.
In Frankreich, dem Geburtsort der Idee, hat man den Tagen insgesamt fast 14.000 Events gewidmet. Allein 100 davon fanden in der Region rund um Metz statt, etwa ein Dutzend in direkter Nähe zur luxemburgischen Grenze. Bei unseren deutschen Nachbarn wird dagegen der Tag des offenen Denkmals am 13. September begangen. Dieses Jahr wurde aus gegebenem Anlass dazu eingeladen, die Gebäude auch digital zu erkunden. Ausgefallen ist da auch die Möglichkeit, Denkmäler in einem Puzzle zusammenzusetzen. Ein paar Tipps in Luxemburg:

Entdeckungsreise im Schloss Ansemburg

Am Samstag und Sonntag werden im Schloss Ansemburg unter anderem Animationen und Ateliers für Kinder organisiert. Gemäß dem Thema „Education et Patrimoine naturel, Apprendre pour la Vie“ konzentrieren sich die Ausstellungen, Spiele und Ateliers auf das natürlichen Erbe. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Gärtnerei. Geführte Besichtigungen für bis zu neun Besucher lassen einen das Schloss erkunden.
www.gcansembourg.eu

Öffentliche Skulpturen

Der Maler und Bildhauer Charles Kohl (1929 – 2016) wird aktuell in einer Ausstellung in der Villa Vauban geehrt. Dabei wird sein umfangreiches Schaffen großflächig beleuchtet. Da seine Kunstwerke auch in der Hauptstadt zu finden sind, wird vom Museum eine Tour angeboten, welche diese erkundet. Nathalie Becker führt durch diese einstündige Besichtigung. Sie finden sowohl am 27. September als auch am 4. Oktober um 11.00 statt.  
www.villavauban.lu

Lebendige Geschichte

Die „Al Synagog“ in Ettelbrück ist Zeuge der historischen Umwälzungen, welche die jüdische Gemeinde Ettelbrücks erlebt hat. Die a.s.b.l. „Al Synagog“  führ in diesem Zusammenhang nicht nur eine Besichtigung des Gebäudes durch, sondern stellt auch die Renovationsarbeiten wie auch den Fortgang der Arbeiten vor. Dazu gehören unter anderem archäologische Grabungen. Die Besichtigungen beginnen am 4. Oktober um 10.00. Kontakt: al-synagog@ettelbruck.lu

Grüner Wächter

„De grénge Mann“  ist der Wächter der Natur, welcher in diesem Theaterstück Legenden, Mythen und Mysterien des Waldes greifbar macht. Dabei ist auch das Publikum gefragt, während der Wächter mit ihnen sein Wissen über wilde Pflanzen samt ihrer Heilwirkungen teilt. Er stellt auch Bäume mit ihren Funktionen innerhalb des Ökosystems vor. Die Vorstellung des Schauspielers Lex Gillen dauert 90 Minuten und beginnt beim „Centre d‘accueil Ellergronn“ am 27. September um 11.00.
www.kultrun.lu