LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Ausstellung „De Mains de Maîtres“ zeigt 300 Exponate zwischen Kunst und Handwerk

Der Erfolg der ersten Auflage vor zwei Jahren war enorm: Über 10.000 Besucher waren an einem einzigen Wochenende ins frühere
ARBED-Gebäude in der „Avenue de la Liberté“ gekommen, um sich die Ausnahmeausstellung „De Mains de Maîtres“ anzuschauen. Dass es nicht bei dieser einen, der Handwerkskunst gewidmeten Schau bleiben würde, war somit klar. Die Entscheidung fiel, daraus eine Biennale zu machen und die Vereinigung ohne Gewinnzweck „De Mains de Maîtres“ zu gründen. Die zweite Auflage, die unter dem Thema „Gestes et Merveilles“ steht, öffnet heute ihre Türen für die Besucher. Die Journalisten konnten die nahezu 300 Werke von rund 90 Handwerkskünstlern aus Luxemburg und den Nachbarländern bereits gestern Morgen begutachten und sich letztlich vom erstaunlichen handwerklichen Können der diesjährigen Teilnehmer überzeugen.

Während die einzelnen „Guides“ noch in ihre Arbeit für die anstehenden Tage eingewiesen wurden, nahm sich Kurator Jean-Marc Dimanche die nötige Zeit, um den Pressevertretern Erklärungen zu den diversen Exponaten zwischen Kunst und Handwerk - tatsächlich verschwimmen die Grenzen - zu geben. Bis Sonntag können sie auf einer Fläche von immerhin 2.000 Quadratmetern bewundert werden.

Eine Initiative des großherzoglichen Paares

„Ziel ist es, die Kunsthandwerker in Luxemburg zu fördern und ihnen zu mehr Bekanntheitsgrad zu verhelfen. ‚De Mains de Maîtres‘ geht bekanntlich auf eine Initiative des großherzoglichen Paares zurück. Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie war es ein persönliches Anliegen, die ganze Bandbreite der Handwerkskunst Luxemburgs durch die Organisation einer solchen Ausstellung in den Vordergrund zu rücken und die künstlerische Arbeit letztlich zur Geltung zu bringen. Diese Handwerkskünstler sind tatsächlich in Luxemburg oftmals wenig bekannt und außerhalb der Landesgrenzen natürlich noch weniger“, erklärte Dimanche noch einmal den Hintergrund der Ausstellung, mit deren Ausrichtung er betraut wurde.

„Der Austausch auf internationaler, oder sagen wir europäischer Ebene war mir von Anfang an wichtig, insbesondere natürlich mit den Nachbarländern“, bemerkte er. Nach einem Teilnahmeaufruf auf luxemburgischer Seite waren rund 140 Dossiers bei der Jury eingegangen, wovon an die 60 Kandidaten zurückbehalten wurden. Da die „Ateliers d’Art de France“ bei der diesjährigen Auflage Ehrengast sind, wurde auch in Frankreich ein Aufruf gestartet, auf den rund 60 Kunsthandwerker antworteten, wovon 16 positiv bewertet wurden. „In Deutschland und Belgien habe ich selbst die Kontakte hergestellt und die Auswahl getroffen. So können wir also diesmal Kunsthandwerker aus dem Großherzogtum sowie unseren drei Nachbarländern begrüßen. Angesichts der besonderen Situation in Luxemburg lag mir viel daran, wirklich diesen europäischen Aspekt zu haben und letzten Endes auch den gegenseitigen Austausch zwischen den Künstlern zu fördern“, erklärte der Kurator weiter.

Von Schmuckdesignern bis Glasbläsern

Zu bestaunen sind die Werke aus ganz unterschiedlichen Materialien von Möbel- und Schmuckdesignern, von Tuchwebern und Bildhauern, Töpfern und Glasbläsern, Modeschöpfern und Instrumentenherstellern. Das Spektrum an Handwerksberufen ist erstaunlich groß und breit gefächert. Über 30 Prozent der Exponate seien indes extra für „De Mains de Maîtres“ geschaffen worden, wie Dimanche bemerkte. Übrigens machen bereits die einzelnen Räume des früheren, geschichtsträchtigen ARBED-Gebäudes - vom prestigeträchtigen Speisezimmer über die kleineren Salons bis hin zum imposanten Konferenzsaal - den Ausstellungsbesuch lohnenswert.

Bildungswege aufbauen

Eine der teilnehmenden Handwerkskünstlerinnen ist derweil Sarah Meyers. Sie war bereits bei der letzten Edition dabei und wurde Anfang diese Jahres von der Jury als erste Nutznießerin der „Bourse De Mains de Maîtres“ ausgewählt. Ein dreimonatiges Praktikum hat sie daraufhin in China absolviert, um sich in Sachen Porzellanherstellung in Verbindung mit den unterschiedlichsten Farben weiterbilden lassen. Das Resultat kann im früheren Speisesaal begutachtet werden. „Dieses Stipendiensystem wollen wir weiter auszubauen, um luxemburgische Kunsthandwerker zu fördern. Leider gibt es ja diesseits der Grenzen nicht viele Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Kontext. Es geht uns darüber hinaus darum, Interesse bei den jüngeren Generationen zu wecken und ihnen in einem nächsten Schritt dann auch Ausbildungen im Ausland zu ermöglichen“, sagte Dimanche.

„De Mains de Maîtres“ kann vom 29. November bis 2. Dezember besichtigt werden. Eine Auswahl an Werken wird zudem in anderen Museen der Hauptstadt gezeigt. Alle Infos und die Öffnungszeiten unter www.demainsdemaitres.lu. Mehr zu diesem Thema auch auf Seite 32 dieser Ausgabe