CLAUDE KARGER

Leicht nostalgisch war der „Wort“-Wochenrüblicker vom Samstag, der offenbar ein Comeback von Fernand Boden nicht ausschließt, dem CSV-Mann, der wahrscheinlich immer noch den Rekord der am längsten dienenden Minister der westlichen Hemisphäre hält - sage und schreibe 30 Jahre „gehörte er der ersten Politikliga an“, wohl nicht zuletzt wegen seiner Fähigkeit, alle Kritik an sich abperlen zu lassen, wie Margarine an einer Teflonpfanne. Am Ende war ihm gar unterstellt worden, er habe die Inertie einer solchen entwickelt. Von wegen! Der 71jährige „Evergreen aus Echternach“ pingpongt wieder was das Zeug hält und lehrte seine Gegner sogar kürzlich in der ersten Liga das Fürchten. Immer am Ball bleiben, heißt die Devise. Das beherzigt auch der Mann, den sie im „Wort“ immer nur „N7-Ali“ nennen. Dass seine Offensive zur Verbreiterung der Strecke - „Vier Spuren für ein Hallelujah“ nennt das Erzbistumsblatt das Polterstück in der „Chamber“ - auch letzte Woche am Ende wieder zu Krümelkäse zerrieben wurde, wird daran wohl so schnell nichts ändern. Wenig ändern wird sich auch in absehbarer Zeit am ramponierten Image Luxemburgs, auch wenn, wie das „Wort“ meint, „Luxleaks2“ so weltbewegend war „wie die Nachricht, dass irgendwo im Eis ein Eskimo von seinem Schlitten gepurzelt ist“. Brrr. Es wird kälter in und um Luxemburg.