LUXEMBURG
LJ MIT DPA

Covid-19 in Luxemburg: Nur sechs Neuinfektionen - Kein weiterer Todesfall

Wie das Gesundheitsministerium am späten Nachmittag mitteilte, hat Luxemburg seit Sonntag keine neuen Corona-bedingten Todesfälle zu beklagen. Die Zahl der Verstorbenen bleibt demnach unverändert bei 88. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 83 Jahren. Auf Covid-19 positiv getestet wurden in Luxemburg inzwischen 3.729 Personen - das sind nur sechs mehr als am Vortag. Der Altersdurchschnitt liegt hier immer noch bei 46 Jahren. Von den infizierten Personen sind 3.020 Ansässige und 709 Nichtansässige; 51 Prozent sind Männer und 49 Prozent Frauen.

Seit Beginn der Krise wurden bislang insgesamt 39.102 Corona-Tests durchgeführt. Hospitalisiert sind im Moment 141 Leute (Covid-19 und Verdachtsfälle), von denen 20 auf der Intensivstation liegen. Entlassen wurden bislang 790 Corona-Patienten.

Morgen sollen indes gleich zwei Pressekonferenzen stattfinden. So wird Familienministerin Corinne Cahen am Nachmittag um 16.30 zusammen mit einem Vertreter des Dachverbandes der Alten- und Pflegeeinrichtungen (COPAS) Aufschluss über die geplanten Anpassungen in den Alters- und Pflegeheimen geben, die schrittweise erfolgen sollen, um den Bewohnern wieder den Kontakt zu ihren Familien unter Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen zu ermöglichen, derweil eine weitere, gemeinsame Pressekonferenz von Unterrichtsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert geplant ist.

Die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte lädt ihrerseits für Mittwoch zu einer Pressekonferenz ein, bei der es um die Wiederaufnahme der medizinischen Aktivitäten geht.

Asselborn: Gegen Grenzschließungen

Außenminister Jean Asselborn stand seinerseits bereits heute den Mitgliedern der zuständigen Parlamentskommission in einer Videokonferenz Rede und Antwort, wobei er bedauerte, dass seit Beginn der Corona-Krise nur noch über Covid-19 geredet werde und andere wichtige Themen in den Hintergrund geraten würden. Auch ärgerte sich Luxemburgs Chefdiplomat noch einmal über die geschlossenen Grenzen, die ganz bestimmt nicht dazu beitragen würden, das Virus zu stoppen. Im Finanzausschuss der Abgeordnetenkammer wurde sich indes mir einer Reihe von Gesetzentwürfen zu Fristverschiebungen im Finanz- und Steuerbereich befasst.

Am morgigen Dienstag werden der auch für die Immigrationspolitik zuständige Außenminister sowie der delegierte Minister für die innere Sicherheit, Henri Kox, an einer Videokonferenz auf EU-Ebene teilnehmen, bei der es unter anderem um die derzeitigen Herausforderungen bei der Migration im Zusammenhang mit Covid-19 gehen wird.

Sommerurlaub: EU ringt um gemeinsame Linie

Tourismusminister Lex Delles nahm seinerseits an einer Videoschalte der für den Tourismussektor zuständigen EU-Minister teil. Der Minister zeigt sich überzeugt, dass wir diese Krise auch im Tourismus überwinden. Der Tourismus gehört bekanntlich zu den am frühesten und stärksten von der Covid-19-Krise betroffenen Wirtschaftssektoren.

Die Branche hat einen schnellen und drastischen Nachfragerückgang und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen; dadurch stehen viele kleine und mittlere Unternehmen vor dem Aus.

Vor der Sommersaison ringen die EU-Staaten dann auch um eine gemeinsame Linie, um Urlaubsreisen in Europa wieder zu ermöglichen. Wegen der Pandemie und geschlossener Grenzen sind überall die Buchungen eingebrochen, und noch ist unklar, ob man im Sommer in die Feriengebiete Europas fahren kann. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte zuletzt geraten, mit der Planung noch zu warten. Inzwischen arbeitet die Kommission an einem Plan für ein gemeinsames Vorgehen, wie von der Leyens Sprecher Eric Mamer sagte. Europaweit steuert Tourismus zehn Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und beschäftigt fast zwölf Prozent der Arbeitnehmer, wie der kroatische Tourismusminister Gari Cappelli ergänzte. Kroatien führt derzeit den Vorsitz der EU-Länder, bevor ab 1. Juli Deutschland übernimmt. Vor der Öffnung sogenannter Touristenkorridore müssten Epidemiologen befragt werden, um Kriterien für die Sicherheit der Urlauber aufzustellen. „Es scheint genügend guten Willen und den Wunsch zu geben, einen Weg zu finden, Länder wieder miteinander zu verbinden“, erklärte Cappelli weiter.

US-Forscher: Mehr als drei Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die Minister hätten auch betont, wie wichtig eine harmonisierte Lösung bei der Entschädigung für Reisen sei, einschließlich Gutscheinen. Die EU-Kommission sei zudem aufgefordert worden, rasch einen rechtlichen Rahmen auszuarbeiten, der vorübergehend Flexibilität und Liquidität sowie einen fairen Interessenausgleich zwischen Reiseveranstaltern und Verbrauchern sicherstelle.

US-Wissenschaftlern zufolge sind seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als drei Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Das ging heute aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 207.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Corona-Krise

Italien bittet um Hilfe aus EU-Solidaritätsfonds

Das von der Pandemie schwer getroffene Italien hat als erstes EU-Land Hilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragt. Für 2020 stehen bis zu 800 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen gegen das Coronavirus zur Verfügung, wie die EU-Kommission gestern mitteilte. Das Geld könne zum Beispiel für Schutzkleidung ausgegeben werden oder um gefährdete Gruppen zu schützen.
Bis zur Entscheidung wird es aber noch etwas dauern, wie eine Sprecherin klarstellte. Bis zum 24. Juni können auch andere EU-Staaten Hilfen aus dem Fonds beantragen, und Italien kann noch Details zu seinem Antrag nachliefern. Danach würden die Anträge geprüft und das Verfahren an das Europaparlament und den Rat der Mitgliedsstaaten weitergegeben, sagte die Sprecherin. Die Hilfen könnten dann wohl nach der Sommerpause fließen.
Der EU-Solidaritätsfonds existiert schon länger für Hilfen bei Naturkatastrophen. Kürzlich sind die Regeln geändert worden, damit die Gelder auch für den Kampf gegen die Pandemie verwendet werden können. dpa/LJ