LUXEMBURG
JEFF KARIER

Superman feierte dieses Jahr gleich zwei Jubiläen und fasziniert weiterhin

Vor fast genau 40 Jahren war der Mann aus Stahl erstmals als große Produktion auf der Leinwand zusehen. Zwar gab es bereits einige kurze Animations- sowie Realfilme mit Superman, allerdings waren das meist günstige Produktionen und sie richteten sich in erster Linie an Kinder. „‚Superman“, in dem Christopher Reeve den Clark Kent alias Superman spielte, war ein wichtiger Moment in der Geschichte der Superheldenfilme“, erklärt Kai Uwe Hagenburg. Der 36-Jährige beschäftigt sich seit seiner Jugend mit Comics und Superhelden in all ihren Formen.

Der Film von Regisseur Richard Donner, der 1978 in die Kinos kam, war mit einem Budget von 55 Millionen US-Dollar nicht nur der bis dato teuerste Film der Geschichte, sondern ebnete außerdem den Weg für Superhelden im Kino. „Für mich war es auch Christopher Reeve, der die zwei Seiten des Charakters, auf der einen Seite den schüchternen Clark Kent und auf der anderen den selbststicheren Superman, bestens dargestellt hat“, meint Hagenburg und teilt dabei die Meinung vieler Fans. Nach Reeve schlüpfte 2006 Brandon Routh in die Rolle des „Superman“ und seit 2013 verkörpert Henry Cavill die Figur in den Kinofilmen.

Geburt eines Genres

Die Figur selbst erlebte ihren ersten Auftritt bereits 1938 in der ersten Ausgabe der „Action Comics“, die vom Verlag „National Publications“ herausgegeben wurden. Von den 200.000 gedruckten Comics dieser Ausgabe existieren nach Schätzungen noch 100 Exemplare. 1938 kostete das Heft 10 Cent. 2014 wurde auf eBay eine dieser Erstausgaben für 3,2 Millionen Dollar versteigert. Erschaffen wurde die Figur von Jerry Siegel und Joe Shuster, die seit den frühen 30ern an der Figur feilten und lange Zeit keinen Verlag fanden, der ihre Geschichten über Superman drucken wollte. Sie erschufen somit den ersten Superhelden und begründeten ein eigenes Genre.

„Über die Jahre hat Superman verschiedene Interpretationen erfahren, und zwar sowohl in den Comics, als auch in Film und Fernsehen“, erklärt Hagenburg. Mit „Superman: Red Son“ gab es etwa eine dreiteilige Comicreihe, in der Kal-El, so sein eigentlicher Name, nicht in den USA, sondern in der UdSSR landet und aufwächst. Denn Superman ist eigentlich ein Außerirdischer vom Planet Krypton. „Das macht ihn sozusagen zum Immigranten, der allerdings wie kaum ein anderer für die amerikanischen Werte steht.“ Dies verdeutlicht sich dann auch in der Catch-Phrase: „Truth, Justice, and the American Way“. Ebenfalls sehr interessant ist die Comicreihe „Superman: American Alien“ von Max Landis, in der auf humorvolle Art und Weise die Anfänge von Superman erzählt werden.

Überraschend vielseitig

Superman hat genau betrachtet drei verschiedene Identitäten. Den auf dem Lande aufgewachsenen sowie unscheinbaren Clark Kent, den außerirdischen Kal-El, dessen Heimatplanet zerstört und dessen leibliche Eltern gestorben sind und den unglaublich mächtigen, aber auch moralisch starken Superman. „Das führt immer wieder zu spannenden Gegensätzen und Dynamiken. Besonders, da er durch seine Kräfte eigentlich die Erde unterjochen könnte“, meint Hagenburg. Mit unter anderem dem reichen, intelligenten und skrupellosen Lex Luthor ist ihm ein Antagonist entgegengestellt, der fast schon das genaue Gegenteil von Superman ist.

Ausgefallen war eine Storyline in den Comics der 90er, in der Superman auf Doomsday, ein missglücktes Experiment kryptonischer Wissenschaftler, traf. Beim Kampf tötete Doomsday den Mann aus Stahl, was ein Novum in der Comicwelt darstellte. Zwar waren bereits zuvor Comicfiguren gestorben, jedoch keine Titelhelden. Nach etwa zwei Jahren kehrte Superman jedoch wieder zurück. „Mittlerweile ereilt in den Comics viele Superhelden der Tod.“ Da die parallelen Universen, Multiverse genannt, fast schon regelmäßig rebootet werden, ist der Tod in den meisten Fällen nur von kurzer Dauer.

Erfolg abseits der Comichefte

Die erste Umsetzung für ein anderes Medium war die Radio-Show „The Adventures of Superman“, die von 1940 bis 1951 und auf 2.088 Episoden mit einer Länge von anfangs 15, später 30 Minuten lief. Diese war speziell für Kinder ausgelegt. 1952 folgte mit „Adventures of Superman“ dann auch die erste Fernsehserie. „Für mich war ‚Lois & Clark: The New Adventures of Superman’ der erste bewusste Berührungspunkt mit Superman“, erinnert sich Hagenburg. Die Serie mit Dean Cain und Teri Hatcher in den Hauptrollen wurde von 1993 bis 1997 produziert. Von 1996 bis 2000 lief die Animationsserie „Superman: The Animated Series“. Und die sehr erfolgreiche Serie „Smallville“ (2001 bis 2011) behandelt die Teenager-Jahre des Clark Kent, bevor er zu Superman wurde.

Das sind aber nur einige der Umsetzungen von Superman in Film und Fernsehen. So wurden auch mehrere Direct-to-Video Animationsfilme veröffentlicht. Und es gibt auch eine ganze Reihe an Videospielen, in denen Superman auftritt. Hierzu zählt etwa „Injustice: Gods Among Us“. Es zeigt die anhaltende Faszination für die Figur, die auch nicht abzuebben scheint.