LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Grundsteinlegung für das Verwaltungsgebäude am Bahnhof, das ab 2022 Sitz der POST wird

Die POST feierte gestern in Anwesenheit von Vizepremier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider sowie Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer die Grundsteinlegung für ihren neuen Firmensitz. Hierher sollen bis 2022 fast tausend Mitarbeiter umziehen. „Das Gebäude ist Teil einer Gesamtstrategie der POST zur besseren Nutzung der Immobilien“, unterstrich Generaldirektor Claude Strasser. Er verwies auf den Umzug 2017 von rund 700 Mitarbeitern in das nur wenige Gehminuten entfernte Mercier-Gebäude. Anfangs hätten noch Vorbehalte gegen das Bahnhofsviertel bestanden. Doch das sei vorbei. Durch die Anbindung der Tram und den Ausbau auf der Cloche d’Or - neben jenem am Bahnhof das zweite Hauptgebäude - habe die POST mit dem neuen Verwaltungssitz einerseits zentralisiert, andererseits durch ein Zentrum für rund 100 Mitarbeiter im Norden auch dezentralisiert.

28.000 m² Fläche

Das neue Gebäude verfügt über eine Fläche von rund 28.000 m², verteilt auf neun Stockwerke und vier Untergeschosse. Auf dem obersten Stockwerk hat ein Restaurant mit Terrasse Platz. Das Projekt des Architektenbüros Metaform hatte 2017 eine Ausschreibung gewonnen. Es sieht die Einbeziehung der denkmalgeschützten Fassade des Acci-
nauto-Gebäudes aus den 50er Jahren vor. Der Neubau ist mit einer mineralischen Lamellenfassade versehen und soll einer der ersten ohne direkte CO2-Emissionen sein. Dazu tragen ein Eistank mit 2.110 m³ Volumen ebenso bei wie die Wärmerückgewinnung aus dem benachbarten POST-Rechenzentrum. Die POST strebt - wie schon beim Mercier-Gebäude eine Platin-Zertifizierung für die höchste Kategorie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an.

Vor Mitgliedern des Verwaltungsrats der POST sowie des Exekutivkomitees und der Presse unterstrich Strasser, dass der Entwurf Alt und Neu geschickt verbinde und so gut zum modernen Unternehmen mit 175 Jahren Geschichte passe. Ende 2022 soll das Gebäude fertig sein. Der Abriss des alten Gebäudes lief bislang nach Plan. Strasser hob hervor, dass dies nicht selbstverständlich sei angesichts des „immens sportlichen Timings“.

Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer dankte für die Flexibilität und freute sich über den positiven Einfluss auf das Bahnhofsviertel. „Das Resultat ist wunderbar“, sagte sie. Jetzt müsse noch der Oberstadt neues Leben eingehaucht werden.

Vizepremier und Wirtschaftsminister Schneider griff das auf und teilte mit, auch dort würde demnächst ein neues Gebäude vorgestellt. Er lobte die Post als vorbildliches Unternehmen und als einen der Hauptakteure der Digitalisierungsstrategie.

Ein Geschenk hatte er auch noch mitgebracht: eine Handyhülle für eine Zeitkapsel, also eine Box, in der sich Gegenstände befinden, die wohl einmal Außerirdische finden könnten. Der Generaldirektor der POST zeigte unter anderem Briefmarken, ein Glas Honig vom Dach der POST sowie eine Visakarte und Gadgets. Sie wurden eingemauert. Hinweise darauf, dass die POST mit über 4.500 Mitarbeitern größtes Unternehmen Luxemburgs ist, gab es nicht.