LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

„So attraktiv wie noch nie“: Minister Dieschbourg und Turmes werben für energetische Sanierung

Als Teil eines Programms für einen „grünen Wiederaufschwung“ erhöht und erweitert der Staat seine Beihilfen für eine energetische Sanierung substanziell. „Es war noch nie so attraktiv, um in Luxemburg sein Haus energetisch zu sanieren“, meinte Energieminister Claude Turmes (déi gréng) gestern zum „Clever Wunnen“-Paket. Das Maßnahmenpaket soll dem Handwerk nach der Krise zusätzlichen Schub verleihen, eine Annäherung an die ambitionierten Klimaziele der Regierung ermöglichen und den Haushalten letzten Endes erlauben, Geld beim Energieverbrauch zu sparen. Weitere Elemente der „Gréng Relance fir Lëtzebuerg“ sollen in den kommenden Wochen vorgestellt werden.

Die Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung, Carole Dieschbourg (déi gréng), geht davon aus, dass etwa 200.000 Wohneinheiten (älter als zehn Jahre) für eine energetische Sanierung infrage kommen. Der Gebäudebestand macht etwa zwölf Prozent des nationalen CO2-Emissionsausstoßes aus. „Wir wollen, dass die Sanierung des eigenen Hauses auf die neuesten Standards attraktiver wird“, ergänzte sie. Die verschiedenen Hilfen (siehe Kasten) sind untereinander kombinierbar und auch kompatibel zur Klimabank (zinsreduziertes oder zinsloses Klimadarlehen). Entschließt sich eine Familie, ihr Haus von 150m² Wohnfläche komplett zu sanieren, also Fassade und Bodenplatte zu isolieren, die Fenstern zu erneuern und die Ölheizung zu ersetzen, könne sich die finanzielle Beteiligung des Staates auf mehr als 65.000 Euro summieren, rechnete Dieschbourg vor.

Das verbesserte Angebot ist zeitlich begrenzt: Bis 31. März 2021 muss die Bestellung abgeschlossen sein, um von den Subsidien zu profitieren. Auch wenn die tatsächlichen Arbeiten erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Nationaler Klimaplan nach Brüssel geschickt

Das Programm ist im Kontext der Zielsetzungen Luxemburgs in der Klimapolitik zu sehen. Am Donnerstag hat die Regierung ihren integrierten nationalen Klima- und Energieplan (PNEC) an die EU-Kommission geschickt. Damit will die Regierung bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um 55 Prozent und den Anteil erneuerbarer Energien auf 25 Prozent beziehungsweise die Energieeffizienz auf 40 bis 44 Prozent erhöhen. Infolge einer öffentlichen Konsultation hat Blau-Grün-Rot noch Anpassungen am PNEC vorgenommen. Rund 30 Verbände und 328 Bürger hatten ihre Meinung zum PNEC geäußert. An den Plänen für eine Einführung einer CO2-Bepreisung sowie ihre Höhe von zunächst 20 Euro pro Tonne im Rahmen der für 2021 geplanten Steuerreform hält die Regierung fest. Ob und wann die ursprünglich zwischen Februar und April angekündigte Akzisenerhöhung erfolgt, steht derzeit noch nicht fest. Auf Nachfrage erklärte Turmes, im Juni würde er sich mit den Ministern Dieschbourg, Pierre Gramegna und Franz Fayot erneut mit der Thematik auseinandersetzen. Infolge des Lockdowns wurde deutlich weniger getankt, was freilich Auswirkungen auf die Emissionsbilanz hat.

Für die Energieberatung für eine energetische Sanierung wird die Beteiligung um 50 Prozent auf bis zu 3.300 Euro erhöht, womit die Kosten für den Berater quasi ganz abgedeckt wären. Für die Sanierungsarbeiten an sich können bis zu 30.000 Euro abgerufen werden, auch das ist eine Erhöhung um 50 Prozent. Für nachhaltiges Heizen gibt der Staat 25 Prozent mehr Geld: Für solarthermische Anlagen sind bis zu 5.000 Euro drin, bis zu 6.250 Euro für Holzpelletheizungen und 10.000 Euro für Wärmepumpen. Wer Öl- oder Gasheizungen ersetzt, der bekommt 30 Prozent mehr im Rahmen des „Masutt-Ersatzprogramms“. Anders ausgedrückt: Bis zu 81 Prozent der Kosten für eine Erdwärmepumpe werden erstattet. Bei einer Holzpelletheizung sind es bis zu 65 Prozent. In diesem Szenario sind bis zu 13.000 Euro für Wärmepumpen drin und bis zu 8.125 Euro für Holzpelletheizungen.

Weitere Informationen finden Sie unter myenergy.lu oder unter der 8002 1190. Der Antrag auf die finanzielle Beihilfe erfolgt über guichet.lu und wird anschließend von der Umweltverwaltung bearbeitet.


Die definitive Version des nationalen Klima-

und Energieplans ist unter emwelt.lu einsehbar.