LUXEMBURG
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„Fabula Rasa“ bietet Geschichten in den Rotondes eine etwas andere Bühne

Unter dem Titel „Fabula Rasa“ wird vom 22. Januar bis zum 2. Februar in den Rotondes erneut der Beweis geliefert, dass es viele unterschiedliche Arten gibt, Geschichten zu erzählen. Jeder Erzähler und jede Erzählerin hat seine/ihre eigene Methode. Für diese neue Ausgabe werden moderne Märchen auf der Bühne zum Leben erweckt, finden ihren Ausdruck in der Galerie oder gar der virtuellen Welt. Was auch immer das Medium sein wird, Worte, Objekte und Bilder dringen direkt in die Vorstellungswelt des Publikums ein. Und: „Fabula Rasa“ ist nicht nur interessant für kleine Besucher, auch Erwachsene werden im Programm fündig und Märchen von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

„Fabula Rasa“ erzählt in den Rotondes sozusagen eine Geschichte in sieben Kapiteln: fünf Spektakel, ein Kreativworkshop und eine Ausstellung über erweiterte Kinderbuchausgaben. Mit dieser Expo fällt auch der Startschuss am Mittwochabend (Vernissage um 18.00). Als Teil von „Fabula Rasa“ arbeitet die Ausstellung „AB - Augmented Books“ mit Büchern, deren Wörter unabhängig vom Papier werden. Dem Leser wird eine aktive Rolle zugeteilt, die Installationen sind nämlich partizipativ. Dadurch lässt sich die Vielseitigkeit von Büchern - gefaltet, geschnitten, beleuchtet, vergrößert - entdecken. Viele Lesearten sind letztlich möglich, weshalb eine Vielzahl an unendlichen Geschichten entsteht.

Fünf Bühnenspektakel

Weiter geht es am 23. Januar um 17.00 mit dem Objekttheaterstück „Ei, Ei, Ei?!“ (auf Luxemburgisch, geeignet ab zehn Jahren), in dem es um die Frage geht, wer zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Die kleine Clémentine versucht, in Großmutters Hühnerstall eine Antwort darauf zu finden. „Ei, Ei, Ei?!“ (Idee und Spiel von Luisa Bevilacqua) ist ein poetisches und humorvolles Stück über die Wichtigkeit, im Leben Fragen zu stellen. Weitere Vorstellungen sind an diesem Samstag um 15.00 und um 17.00.

Am kommenden Freitag und Samstag jeweils um 19.00 steht mit „Dimanche“ ebenfalls Objekt- und Puppentheater auf dem Spielplan (ohne Sprache, geeignet ab zehn Jahren). In dem Stück geht es um ein ganz aktuelles Thema, deshalb dürfte es auch für ein erwachsenes Publikum interessant sein. Das Geschehen spielt sich in der nahen Zukunft ab. Trotz des schnellen und sich beschleunigenden Klimawandels hat es die Menschheit versäumt, eine ökologische Umkehr herbeizuführen. Es ist das Ende der bekannten Welt. In einem kleinen Haus im Stadtzentrum versucht eine Familie, ihren Alltag beizubehalten und ihr Leben wie gewohnt weiterzuführen - trotz der zitternden Mauern, des wütenden Windes und der steigenden Sintflut -, während draußen ein Team von Tierfilmern an der Aufnahme eines Dokumentarfilms arbeitet, der das oft banale und doch außergewöhnliche Leben der letzten Lebewesen auf der Erde zeigen soll.

Am 25. Januar um 18.00 gibt es „Geschichten gegen die Angst“ (Figurentheater in deutscher Sprache, für Sechs- bis Achtjährige). Angst vor irgendwas oder irgendwem hat bekanntlich jeder. In diesem Spektakel packt Lutz Großmann seine Angstkommode aus und öffnet drei geheimnisvolle Schubladen, in denen er ganz unterschiedliche Ängste verborgen hält. Mit Figuren und Objekten erzählt er, wie man den großen und kleinen Ängsten, die uns immer wieder heimsuchen, mutig begegnen kann. Weitere Vorstellungen sind am 26. Januar um 11.00 sowie 14.00.

Zwei Vorstellungen des Theaterstücks „Filles & Soie“ stehen ebenfalls am kommenden Sonntag auf dem Programm (um 15.00 und um 17.00, auf Französisch, für Kinder ab sechs Jahren). „Sei hübsch und ansonsten still!“, hört Anne oft, und damit ist sie absolut nicht einverstanden, vor allem weil nicht dasselbe von den Jungs erwartet wird. Séverine Coulon (Idee und Spiel) stellt die vermeintlichen weiblichen und männlichen Normen in Frage und ermutigt die jungen Zuschauer dazu, ihren eigenen Weg zu finden.

Am 31. Januar wird um 19.00 zur Theater- und Klangperformance „Library of Sounds & Noises“ eingeladen (ab sechs Jahren, auch für Erwachsene interessant). Die Zuschauer betreten eine Bibliothek der Klänge und Geräusche und entdecken dabei einen magischen Ort, an dem jedes Buch sorgfältig eingeordnet ist. Alles ist an seinem Platz, doch jedes Objekt erzeugt einen Ton. Nach und nach entwickelt sich eine harmonische Partitur, die sich in den Ohren des Publikums aufbaut und alle Arten von Emotionen und Empfindungen hervorruft. Weitere Vorstellungen sind am 1. Februar um 11.00 und am 19.00 sowie am 2. Februar um 11.00 und um 18.00. Sprachkenntnisse sind übrigens nicht erforderlich.

Kulinarisches Erzählatelier

Am 26. Januar kann von 10.00 bis 18.00 unter dem Thema „Den Honger kënnt beim Erzielen“ an einem kulinarischen Erzählatelier teilgenommen werden (für Acht- bis Elfjährige). „Dëschelchen deck dech!“: Zusammen mit der Köchin Isabelle Weisen und der Theaterpädagogin Julie Kieffer tauchen die Teilnehmer in die Welt der Märchen ein und interpretieren diese neu, und zwar kulinarisch.


Die Ausstellung „AB - Augmented Books“ läuft vom 23. Januar bis zum 2. Februar. Von donnerstags bis samstags ist sie zwischen 15.00 und 19.00 geöffnet, sonntags von 12.00 bis 18.00. Der Eintritt ist frei. Alle Informationen zum „Fabula Rasa“-Programm unter www.rotondes.lu