LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Sozialpädagogen stellen zehn Forderungen an die nächste Regierung

Mit einem „10 Punkte-Plan“ haben sich der Berufsverband der Sozialpädagogen (APEG) und der Berufsverband der sozialen Arbeit (LBSA) an die kommende Regierung gerichtet, um „der Erziehungsarbeit einen zentralen Platz in ihrer Politik einzuräumen“. Zum einen wünschen sich die Sozialpädagogen, den Schwerpunkt stärker auf soziale und emotionale Aspekte zu legen.

In einer komplexen Gesellschaft gelte es, „Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie stark machen für die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.“ Da sich die Erziehung immer mehr vom Elternhaus in öffentliche Einrichtungen verlagere, müsse es darüber hinaus ein Grundrecht auf eine gute pädagogische Förderung geben. Voraussetzung dafür sei ausreichend gut ausgebildetes Fachpersonal.

Gesamtkonzept gefordert

Adäquate Arbeitsbedingungen und die Festlegung konsequenter Qualitätskriterien von der Infrastruktur über die Sicherheit bis zu pädagogischen Konzepten sind weitere Punkte auf der Agenda der Sozialpädagogen. Um Letzteres auch langfristig auf den Gesellschaftswandel auszurichten, fordern sie ebenfalls die Einführung eines Zukunftstisches über die erzieherische und soziale Arbeit ein, „in der alle Beteiligten aus Erziehung, Politik, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft eine Plattform geboten bekommen“.

In diesem Sinne steht auch der sechste Punkt auf der Liste, nämlich die Ausarbeitung eines kohärenten und übergreifenden Gesamtkonzeptes für Erziehung, Bildung und Betreuung“. Hier sei es an der Politik, bestmögliche Rahmenbedingungen zur Ausarbeitung von gemeinsamen Projekten, bei denen eine aktive Mitbeteiligung aller Partner selbstverständlich sei.

Jugendarbeitslosigkeit:Auf Früherkennung setzen

Um Problemen wie Delinquenz und Suchtproblemen entgegenzuwirken, die durch eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und die daraus folgende Perspektivlosigkeit entstehen können, wünschen sich APEG und LBSA eine stärkere Unterstützung der Präventionsarbeit. Auch im Hinblick auf die „langjährigen, kostenintensiven Maßnahmen, die nicht immer das erwünschte Resultat erzielen und schlimmstenfalls bis ins hohe Erwachsenenalter anhalten können“.

Die Sozialpädagogen selbst fordern in der Reform des Öffentlichen Diensts die vorgesehene Angleichung ihrer Laufbahnen im Staatsdienst sowie eine schnelle Umsetzung. „In der Öffentlichkeit genießen unsere Berufe nicht unbedingt die Anerkennung, wie es in anderen Bereichen der Fall ist. Es ist unter anderem die Aufgabe der Politik, sich für die Belange einer Berufsgruppe einzusetzen, die für das Funktionieren einer Gesellschaft geradezu unentbehrlich geworden ist“, schreiben APEG und LBSA, die sich des Weiteren für einen Ausbau der Weiterbildungsmöglichkeiten im Sinne des „Lifelong Learning“ wünschen.

Finaler Punkt dann ist die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren von Erziehung, Bildung und Betreuung“, die intensiviert werden müsse. Unter dem Stichwort „Netzwerkarbeit“ müsse die Zusammenarbeit zwischen Schulen, „Maison relais“, den Gemeinden und auch auf regionaler Ebene intensiviert werden.