LUXEMBURG
LUCIE ANDRÉ

Kloertext - Concours für Lehrerberuf

Mit einem neuen Gesetz können Quereinsteiger nach erfolgreicher Absolvierung einer 216-Stunden-Ausbildung auch den Lehrerberuf ergreifen. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen ihnen und Absolventen der Erziehungswissenschaften, die ein jahrelanges Studium absolviert haben. Mit der Petition 1072 will Lucie André eine Benachteiligung gegen Absolventen der Erziehungswissenschaften verhindern. 

„Aus einem Telefonat mit dem ,Ministère de l’Education‘ ging hervor, dass die sogenannten Quereinsteiger nach erfolgreicher Absolvierung ihrer Ausbildung und nach dem Bestehen des ,Concours‘ auf der gleichen Liste einen Lehrerposten wählen dürfen, wie diejenigen, die drei oder vier Jahre Erziehungswissenschaften studiert haben. Meiner Meinung nach sind hierbei Letztere benachteiligt. Um überhaupt zum Studium in Luxemburg zugelassen zu werden, muss man mehrere Examina in den Fächern Französisch, Deutsch, Luxemburgisch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften bestehen. Bereits bei diesen Examina kann nur ein Bruchteil der Teilnehmer den Ansprüchen gerecht werden. Im Studium wird man spezifisch auf den Beruf vorbereitet und absolviert Praktika in den jeweiligen ,Cyclen‘.

Meiner Meinung nach kann die 216-Stunden-Ausbildung nicht mit einem ,Bachelor professionnel‘ (4 Jahre) in Erziehungswissenschaften gleichgestellt werden. Denn es bleibt nur ein Einblick ins Thema. Die Ausbildung, wohl sinnvoll für Anwärter, kann aber nicht ein gesamtes Studium ersetzen. Als Erziehungswissenschaftsstudent wird von einem verlangt in allen Fächern qualifiziert zu sein um alles zu unterrichten. Viele Quereinsteiger haben einen oder mehrere Schwerpunkte, können jedoch in anderen nicht die ausreichenden Kenntnisse besitzen. Man erhält durch diese Maßnahme des Ministeriums das Gefühl, als könnte ,jeder‘ Lehrer werden und empfindet eine gewisse Geringschätzung des Studiums und Berufes.

Studenten, die sich klar für den Beruf entschieden haben und dieses Studium verfolgen, sollen nicht benachteiligt werden. Sie sollen wie gewohnt nach dem Bestehen des ‚Concours‘ auf der Liste der freien Plätze einen Lehrerposten wählen. Die übrigen Posten könnten von Quereinsteigern und ,Chargés‘ übernommen werden. Derzeit sieht es so aus, dass man nach dem Abschluss des Bachelors in Erziehungswissenschaften und dem Bestehen der ,préliminaires‘ sich dem ,Concours‘ stellt, sich klassiert und einen Posten für das kommende Schuljahr wählt. Die Maßnahme des Bildungsministeriums soll kurzfristig ein Desaster wie während des Schulanfangs von 2017/2018 verhindern, indem jeder mit einem Bachelor ,en relation avec un des objectifs de l’enseignement‘ eingestellt werden kann. Man sollte dem Ursprung der Probleme nachgehen, wie zum Beispiel das Aufnahmeexamen an der Universität von Luxemburg, die ,Préliminaires‘ oder die zusätzliche zweijährige Ausbildung nach dem Studium am Ifen (Institut de formation de l’éducation nationale).  Die angeführte Problematik stellt somit ebenfalls die Notwendigkeit und den Stellenwert des erziehungswissenschaftlichen Studiums infrage.“