LUXEMBURG
ANDRÉ CHAUSSY

In Supermärkten sind sie mittlerweile nicht mehr wegzudenken: als glutenfrei gekennzeichnete Produkte. Bei der Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, löst das Klebereiweiß Gluten, das in vielen Getreiden vorkommt, eine chronische Entzündungsreaktion im Dünndarm aus. Menschen mit Zöliakie müssen daher auf die Getreidesorten, die Gluten enthalten, wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel oder Grünkern, komplett verzichten. In Luxemburg gibt es die 1997 gegründete Vereinigung der Glutenintoleranten (ALIG).

„Es gibt mehr undiagnostizierte Zöliakiepatienten als Menschen mit einer Diagnose. Da die Symptome vielfältig sein können und nicht immer mit einer starken gesundheitlichen Einschränkung verbunden sind, wissen viele Menschen nichts von ihrer Unverträglichkeit. Symptome der Zöliakie im Magen-Darm-Trakt können Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Unwohlsein und chronische Durchfälle sein.

Die meisten Betroffenen sind dann auch weder in Behandlung, noch sind sie sich der schädlichen Auswirkungen glutenhaltiger Produkte bewusst. Zur Arbeit der ALIG (Association Luxembourgeoise des Intolérants au Gluten) gehört deshalb die Aufklärung über die Erkrankung. Bei einer geschätzten Rate von 0,7 Prozent der luxemburgischen Bevölkerung mit Glutenunverträglichkeit dürften etwa 4.200 Menschen an dieser Krankheit leiden.

Die ALIG verfolgt mehrere Ziele, darunter die Verbreitung von Informationen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Zöliakie, insbesondere solche, die die Umsetzung einer glutenfreien Diät erleichtern. Sie informiert über moderne Screening- und Behandlungsmethoden und fördert die Organisation ihrer Anwendung und wissenschaftlichen Forschung. Kontakte zwischen Zöliakiepatienten auf nationaler oder internationaler Ebene werden gefördert. Die ALIG organisiert auch Kontakte zu den Behörden, um den Status von Menschen mit Zöliakie zu verteidigen und zu verbessern.

Zu unserer Arbeit gehört auch, dass wir Restaurants kostenlose Kurse anbieten, um sie beispielsweise darüber aufzuklären, was bei der Zubereitung von glutenfreien Speisen zu beachten ist. Wir sind auch im Kontakt mit den zuständigen Ministerien, damit glutenfreie Gerichte in Kantinen angeboten werden. Hier sehen wir als ALIG noch Verbesserungsbedarf. Sensibilisierungsarbeit leisten wir auch bei Ärzten, da Zöliakie häufig nicht erkannt und auch schwierig festzustellen ist.

Unseren Mitgliedern bieten wir darüber hinaus Kochkurse, eine Liste von Restaurants mit glutenfreien Gerichten, Wochenenden für Kinder mit komplett glutenfreier Nahrung oder auch Informationen zu den von der Gesundheitskasse erstatteten Kosten an.

Als Vereinigung der Glutenintoleranten sind wir immer bereit, jedem zuzuhören, der Fragen zum Thema Gluten hat. Es besteht nämlich weiterhin Aufklärungsbedarf. Es dauert oft mehrere Jahre, bis eine genaue Diagnose erstellt wird. Bitte zögern Sie nicht, die ALIG zu kontaktieren, um weitere Informationen zu erhalten, um jegliche Zweifel auszuschließen.“

Mehr Informationen unter www.alig.lu