LUXEMBURG
INGO ZWANK

#liewen: Neue Kampagne zum Thema Organspende in der Kritzelfabrik angelaufen

Es fehlt an Spendern - Luxemburg muss für die Organspende sensibilisiert werden. Unter #liewen wurde gestern ein neues Sensibilisierungsprojekt zu diesem Thema vorgestellt. „Die Planungen für unser Projekt sind vor rund eineinhalb Jahren angelaufen“, erzählt Alain Frantz, der gestern in der Kritzelfabrik zusammen mit dem Künstler Jacques Schneider in Anwesenheit von Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer und Protransplant-Präsident Jos. Bourg die „große Fahre“ mit den bekennenden Organspendern vorgestellt hat. Und alle präsentieren - passend zum Welttag der Organspende - ihren Organspenderausweis.

Es fehlt an Bereitschaft

„Rund 600 Fotos habe ich dafür gemacht“, erzählt Schneider, und die wurden nun zum Teil auf der Fahne verewigt, die als Appell dienen soll, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn: Luxemburg ist ziemliches Schlusslicht, was die Bereitschaft zur Organspende angeht. Mit durchschnittlich 11,6 Spendern pro Million Einwohner im Jahr 2018 gehört Luxemburg zu den am schlechtesten abschneidenden Ländern und liegt sogar auf der europäischen Bühne auf dem vorletzten Platz (Eurotransplantationsdurchschnitt: 15,4; Kroatien: 36,8; Belgien: 29,4; Österreich: 22,9, das „Journal“ berichtete).

So warteten im Großherzogtum derzeit 76 Personen auf eine Transplantation. Zum 1. Oktober waren 15 Patienten transplantiert worden. Bis heute wurden vier effektive Spender gemeldet, die unter anderem sechs Nieren, drei Herzen, drei Lebern, zwei Bauchspeicheldrüsen und zwei Lungen zur Verfügung gestellt haben. Im Jahr 2017 gab es neun Organspender und sieben im Jahr 2018.

Auch Bürgermeisterin Polfer zeigte sich sehr angetan von der Aktion, bei der Protransplant-Präsident Jos. Bourg weitere Forderungen anschloss. Anfang Oktober habe man ein Treffen mit Minister Etienne Schneider und mehreren Beamten des Gesundheitsministeriums gehabt.

„Hier haben wir unsere Forderungen vorgebracht“, sagt Bourg. Der wichtigste Punkt betrifft das „dossier de soins partagé (DSP)“, die elektronische Gesundheitsakte. Tatsächlich muss die Frage der Organspende integraler Bestandteil dieser Akte sein, in der alle medizinischen Daten des Patienten gesammelt werden, betont Bourg, das gehe so einfach.

So müssen die Menschen antworten, ob sie nach dem Tod ihre Organe spenden wollen oder nicht, wobei sie sich die Möglichkeit offenhalten, ihre Meinung jederzeit zu ändern.

Diese Registrierung wird das wichtigste Instrument für Bereitschaftsärzte sein. Sie verfügen dann über ein offizielles Dokument, das die Bereitschaft des Verstorbenen zur Organspende bestätigt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Bourg die Referentenstellung in den Krankenhäusern.

„Und: Auch hier in Luxemburg muss wieder transplantiert werden“, dies würde sicherlich ein deutliches Zeichen auch im Hinblick auf die Spender setzen.Die Kampagne wird nun durch das Großherzogtum reisen und

auf das Thema Organspende aufmerksam machen -

www.protransplant.lu