MAMER
LJ

Erasmus-Jahreskonferenz unter dem Zeichen des 30. Jubiläums des Programms

Es ist eine Erfolgsstory: In 30 Jahren hat das „EuRopean Community Action Scheme for the Mobility of University Students“ - kurz Erasmus, es Millionen europäischen Bürgern ermöglicht, ihren Horizont zu erweitern, indem sie in anderen EU-Ländern studieren oder an Projekten teilnehmen konnten. Das derzeitige Programm „Erasmus+“ wird zwischen 2014 und 2020 rund vier Millionen Schülern, Studenten, Lehrlingen, aber auch Fortbildungsteilnehmern und Lehrern diese Gelegenheit bieten.

18.000 Luxemburger

In den vergangenen 30 Jahren waren auch 18.000 Luxemburger dabei, 16.000 davon in den vergangenen zehn Jahren, wie Marguerite Krier, die Präsidentin der Anefore, der nationalen Agentur für das Erasmus-Programm, bei deren Jahreskonferenz am Donnerstagabend im „Lycée Josy Barthel“ in Mamer hervorhob. Das Lyzeum, das unter anderem Bautechniker ausbildet, pflegt in diesem Bereich einen Austausch mit Schulen in Hamburg und Dijon. Sechs Schüler nahmen in diesem Jahr daran teil, einen Monat lang ging es jeweils ins Ausland. Yves Michels erzählte von seiner Erfahrung in einem Architektenbüro in Norddeutschland, während Joanna Fernandes von ihrer Arbeit in einem großen Baustudienbüro in Dijon berichtete. „Es hat mich ein wenig verändert“, beschrieb sie ihre Erfahrung. Nicht nur sei ihr Französisch besser geworden, sondern sei sie auch reifer geworden in punkto Eigenorganisation.

Pit Schiltges erzählte begeistert über seine Erfahrung im europäischen Freiwilligendienst. In Offenbach hat der junge Mann an einem theaterpädagogischen Projekt teilgenommen, das Respekt und Toleranz vermitteln soll, indem es etwa Schüler aber auch Gefängnisinsassen in das Theater einbindet. „Eine geniale Erfahrung“, sagt Schiltges. Seine Empfehlung: „Macht den europäischen Freiwilligendienst“. Erwan Podevin, Primaner am „Lycée Michel Rodange“, gab seinerseits Einblicke in seine Erasmus-Reisen nach Schweden und in die Slowakei, wo er jeweils an weltpolitischen Diskussionsprojekten teilnahm.

„Mein Ziel war es mein Englisch zu verbessern“, erzählte er, „aber man denkt auch viel über sich selbst nach, was es bedeutet, unabhängig zu sein.“ Zum 30. Jubiläum des Erasmus-Programms hat die Anefore eine Menge von Teilnehmererfahrungen gesammelt, die in einer Ausstellung zusammen gefasst sind. Am Donnerstagabend wurden auch Qualitätslabel für die interessantesten „eTwinning“-Projekte verliehen. Hier geht es um die Zusammenarbeit zwischen Schulen über eine digitale Plattform. Geehrt wurde das „Fieldgen“, das über diese Plattform eine Theaterprojekt mit fünf Schulen im Ausland betrieb, das „Lycée Nic Biever in Düdelingen“, das mit einer Schule in Portugal ein „Street Art“-Projekt veranstaltete, sowie das „Schoulsyndikat Billek“, das mit einer Schule in Berlin einen Austausch über „Der kleine Prinz“ auf die Beine stellte. Die Vertreter der Schulen berichteten begeistert über die Verbesserung der Kreativität und der schulischen Leistungen der Teilnehmer an diesen Projekten.
Mehr: www.anefore.lu