LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Nach langem Stillstand wurde jetzt der Grundstein für die Erweiterung des KAD gelegt

Manchmal geht es einfach nicht so schnell voran wie man es gerne hätte... Viele Passanten haben sich sicher schon über die gewaltige Baugrube im Europaviertel des Kirchbergs gewundert, in der seit einigen Monaten nichts voran ging. Der Grund: Entgegen der landläufigen Meinung schaut die öffentliche Hand doch auf’s Geld.

Kostenbremse

Bei der Erweiterung des Konrad-Adenauer-Gebäudes (KAD), das die Mitarbeiter des Europäischen Parlamentes am Standort Luxemburg beherbergen soll, ist genau das geschehen. Einige Baufirmen dürften sehr überrascht gewesen sein, als das Europäische Parlament als Bauherr, nach den ersten Ausschreibungen hart die Notbremse gezogen hat. Die Angebote lagen fast ein Drittel höher als die bei der Planung des Gebäudes errechneten Kosten. Die Folge waren ein Baustopp und eine Neuberechnung. Laut Minister Wiseler wurde einiges aus der Planung gestrichen um doch im gesetzten Kostenrahmen von 340 Mio. Euro (Bauindex von 2005) zu bleiben.

Gestern wurde nun der Grundstein des neuen KAD von Alejo Vidal Quadras, Vizepräsident des EP, von EIB-Präsident Werner Hoyer (die EIB finanziert das Projekt zur Hälfte) und von Minister Claude Wiseler gelegt. Der östliche Teil des Gebäudekomplexes soll 2016 fertig sein, die Instandsetzung des bestehenden Gebäudes und der Bau des westlichen Neubaus sollen bis 2018 abgeschlossen sein.

Büroturm mit 18 Stockwerken

Das neue KAD wird eine Fläche von 250.000 m³ umfassen und Raum für 3.000 Mitarbeiter bieten (bisher arbeitet das EP in Luxemburg an acht Standorten). Außerdem gehören zehn Säle von 40 bis 350 Plätzen zum Bauprogramm.

Neben der durchgehend sechsstöckigen Blockrandbebauung wird ein Büroturm mit 18 Stockwerken das besondere Kennzeichen des Konrad-Adenauergebäudes sein.