LUXEMBURG
MARCO MENG

J.P. Morgan Asset Management wagt einen Ausblick auf 2017

Wird die US-Wirtschaft an Fahrt aufnehmen? Welche Auswirkungen wird der Präsidentenwechsel haben und wie geht es weiter mit der Geldpolitik? Das waren nur einige der Fragen, die die Analysten der Fondsgesellschaft J.P. Morgan Asset Management gestern Abend bei ihrem „Outlook 2017 Event“ im hauptstädtischen Cercle Cité beschäftigten.

Vincent Juvyns, Global Market Strategist von JP Morgan Asset Management, und Nicolas Deblauwe, Managing Director und Leiter von J.P. Morgan Asset Management Benelux wagten für die geladenen Kunden der Fondsgesellschaft, die seit 1988 in Luxemburg ist und hier in rund 180 Fonds etwa 230 Milliarden US-Dollar verwaltet, einen Ausblick auf 2017.

Wie Juvyns zeigte, war es ein zwar volatiles, aber doch gewinnträchtiges Jahr, denn die Aktienkurse verbuchten insgesamt ein deutliches Plus. Auch der Anleihemarkt verzeichnete 2016 ein gutes Wachstum, das den Daten nach in den Industrieländern und den Schwellenländern ein Volumen 98 Billionen US-Dollar erreichte. Obwohl es wie bei jedem Jahreswechsel auch diesmal einige Unsicherheiten gäbe, sagte Juvyns, so zeichneten sich einige Trends doch bereits deutlich ab. Das weltweite Wirtschaftswachstum zwischen drei und dreieinhalb Prozent, das das ablaufende Jahr gekennzeichnet habe, gehe nächstes Jahr weiter und könnte sogar die vier Prozent erreichen. „Ökonomisch bläst der Wind in die richtige Richtung“, so Juvyns. Der Investmentstratege von JP Morgan AM betont zwar, dass es Erwartungen und Unsicherheiten insbesondere für die US-Wirtschaft gäbe angesichts des anstehenden Machtwechsels in Washington; man solle aber die Auswirkungen dieses Machtwechsels für das kommende Jahr 2017 nicht überschätzen. Juvyns geht davon aus, dass die US-Wirtschaft auch kommendes Jahr zwischen zwei und zweieinhalb Prozent wachsen werde, in Japan und Europa werde es vermutlich ähnliches Wachstum wie dieses Jahr geben, so dass das globale Wachstum etwa 4,5 Prozent betragen werde. „Alles in allem ist das ein positives wirtschaftliches Umfeld“, sagt Juvyns, wobei er betont, dass vor allem positiv heraussteche, dass das Wachstum global gesehen nun synchron verlaufe.

2017 wird wieder investiert

In der Budgetpolitik sei ein leichter Wandel festzustellen, indem durch staatliche Defizite das Wirtschaftswachstum angekurbelt werde, sogar in der EU mittels „Juncker-Plan“, durch den in Europa bis 2020 mehr als 500 Milliarden Euro in die Europäische Wirtschaft und vor allem in Infrastruktur investiert werden sollen. Ähnlich sehe man in China und in Japan, und für die USA dürfe man das auch erwarten, wo der designierte US-Präsident Donald Trump Steuerkürzung und Infrastrukturausgaben angekündigt habe. Was Trump angeht, so vermutet Juvyns, dass er gegenüber China als Präsident dann doch rhetorisch abrüsten wird, aber weil er das „Reich der Mitte“ zur Finanzierung seiner Steuererleichterungen braucht (China ist der größte Käufer von US-Bonds).

Für Investoren blieben nicht zuletzt deswegen auch im kommenden Jahr Aktien von US-Unternehmen interessant, vor allem von solchen Firmen, die eng mit der US-Wirtschaft verbunden seien. Dazu zählt Juvyns Banken - die können von den gestiegenen Zinsen profitieren - wie auch „Small Caps“, also kleinere US-Unternehmen. Ebenso seien japanische Firmen interessant, die vom niedrigbewerteten Yen profitierten. Bei Staatsanleihen rechnet er für nächstes Jahr mit einer Kurswende in Erwartung höherer Inflationsraten.