Zurückhaltung war gestern. Die Zeiten von Raufaser und unscheinbaren Blümchentapeten sind vorbei. Heute rücken die Wandkleider in den Vordergrund. Wie in der textilen Mode sind auch bei Tapeten aktuell große Muster, extravagante Applikationen, Strukturen und raffinierte visuelle Effekte angesagt. Und sie sind nicht mehr nur aus Papier und Vlies, sondern auch aus Stoffen wie Wildseide, Leinen oder Jeans.
Nachdem in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den Wohnungen große Schlichtheit herrschte, schlägt das Pendel seit etwa zehn Jahren in Richtung kreative Tapetenmuster.
Es gibt nichts was es nicht gibt
Ob Shabby-Schick, Romantik-Look oder Ethno-Trip - auch für die ausgefallenste Einrichtung gibt es den passenden Wandschmuck. Wer seine Wohnung mit Bildern unbearbeiteter Betonwände, Mauersteinen oder Holzlattenzäunen dekorieren möchte, wird genauso fündig wie der Liebhaber von puristischen Schwarz-weiß-Mustern oder Goldtönen. Und unter den Tiermotiven findet sich auch so ziemlich alles, sogar Tapeten mit Fellimitationen.
Nicht zu bunt
Allerdings sollte man immer auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Wandschmuck und Wohnungseinrichtung achten. Wenn die Zimmer schon bunt gestaltet sind, darf nicht noch eine knallig bunte Tapete an die Wand. Das würde den gesamten Raum erschlagen. Hier genügen ein oder zwei Bahnen der Tapete, die dann eher wie ein Wandbild wirkt.
Ist die Einrichtung der Wohnung aber schlicht gehalten, dürfen die Wände auch mit auffälligen Mustern beklebt werden und damit in den Vordergrund rücken. Es liegt allerdings eher im Trend, kleine Hingucker im Raum zu schaffen, als das ganze Zimmer mit Tapete oder Bordüre zu gestalten.
Mehr als nur schön anzuschauen
Besonders angesagt sind Tapeten mit Struktur und ausgefallenen grafischen Elementen. Der Reiz liegt darin, dass man sie nicht nur betrachten, sondern auch berühren möchte. Plastisch wirken auch große Muster, die mit den Sehgewohnheiten der Menschen spielen und die Wände scheinbar in Bewegung bringen. Kreise, Quadrate und Linien lösen sich imaginär im Raum auf.
Aber: Im Gegensatz zu den opulenten Mustern präsentieren sich die Tapeten aktuell meistens in zurückhaltenden Farben. Pastelltöne, Blau- und Grüntöne in oft fließenden Farbverläufen oder Beige- und Erdtöne sind angesagt.
Dem Fachmann überlassen
Tapetenkauf ist grundsätzlich nicht einfach. Aber gerade bei großen Mustern, die sich an den Wänden drei- bis viermal wiederholen, fällt es schwer, sich allein anhand der Tapetenrolle die Wirkung im Raum vorzustellen. Klebt die Tapete erst einmal an der Wand, ist es zu spät. Deshalb setzt die Branche zunehmend auf intelligente Technik. Es gibt Experimentiertools mit Bildschirmen in vielen Geschäften und auch schon Apps, mit denen man per Fingerwisch auf dem Handy verschiedene Muster in Fotos vom Wohnzimmer projizieren kann.
Aber die großen Ornamente stellen Heimwerker auch vor größere Herausforderungen als die gute alte Raufaser, die sich einfach geradeaus kleben ließ. Beim Kleben muss der Heimwerker unbedingt darauf achten, dass er an der Decke immer mit dem gleichen Musteransatz ansetzt. Beginnt man etwa bei einer Bahn mit einem ganzen Kreis, darf nicht an den nebenliegenden Bahnen ein Stück vom Kreis abgeschnitten sein - sonst wirkt die Decke schief. Auch in der Fläche müssen die Muster exakt zusammenpassen.
Das kann nicht jeder. Am besten, man beauftragt bei komplizierten Mustern einen Fachmann,




