LUXEMBURG
INGO ZWANK

Künstlerin Madeleine Putz über Familienfotos ihrer Mutter, die sie zum Malen inspirieren

Die Luxemburgerin Madeleine Putz stellt aktuell ihre Werke in der KritzelFabrik bei Jacques Schneider in der Hauptstadt aus. Wir haben uns mit der Künstlerin über ihre Arbeit und ihre Werke unterhalten.

Frau Putz, wie sind Sie zur Malerei gekommen?

Madeleine Putz Ich bin in einer Familie großgeworden, in der Kunst schon immer ein Thema war. Meine Eltern hatten eine Galerie und haben dort jungen Künstlern gerne eine Plattform geboten, um sich und ihr e Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. So bin ich schon von klein an mit Kunst in Kontakt gekommen.

Wann haben Sie dann selbst das erste Mal zum Stift gegriffen?

Putz In der Schule, ich habe die „Section Artistique“ besucht und auch 1987 meinen Schulabschluss gemacht. Allerdings habe ich dann die Kunst und die Arbeit auf die Seite gelegt, mir fehlten einfach die Ideen.

Also haben Sie ab 1987 quasi nichts mehr mit Kunst zu tun gehabt?

Putz Ja, ich bin Büroangestellte und habe im Beruf gar nichts mit Kunst zu tun. Ich wollte auch nicht Kunst studieren, die Inspiration fehlte mir damals einfach.

Wann kam die Wende, die Rückkehr zur Kunst?

Putz 2004 habe ich wieder zum Stift gegriffen. Dies geschah über eine Freundin - mir sind die Ideen wieder gekommen.

Da habe ich dann auch meine ersten Kurse an der Europäischen Kunstakademie in Trier belegt, und zwar bei Christine Henn, Dozentin für Freie Malerei.

Wie ging es künstlerisch weiter?

Putz In den kommenden Jahren habe ich mal mehr, mal weniger gemalt. Im Jahr 2011 habe ich dann eine meiner ersten Ausstellung „Portraits and more“ präsentieren können. 2014 konnte ich auf dem Salon vom „Cercle Artistique de Luxembourg“ ausstellen, was mich natürlich sehr gefreut hat. So ist es gekommen, dass ich eigentlich alle zwei Jahre eine Ausstellung mache.

Sie arbeiten aber weiterhin als Büroangestellte?

Putz Seit Januar 2016 habe ich eine halbe Stelle, so habe ich mehr Zeit für die Kunst. Von montags bis mittwochs steht das Büro an, danach die Kunst, so kann ich bis sonntags kreativ sein.
Wo nehmen Sie Ihre Ideen her, um entsprechend kreativ zu sein?

Putz Meine Projekte sind eigentlich ganz persönlich ausgelegt. Wie ich schon sagte, war Kunst in unserer Familie sehr präsent. Meine Mutter hat sehr viel fotografiert. Meine Inspiration für die Gemälde bekomme ich sehr oft von Bildern meiner Mutter, die in schwarzweiß sind und die ich dann entsprechend interpretiere. Das sind Bilder von mir, zusammen mit meinem Vater oder auch meinen Geschwistern, bei privaten Anlässen oder auch im Urlaub geschossen.

Wie würden Sie Ihren Malstil beschreiben?

Putz Ich würde ihn als abstrahiert, auch expressionistisch bezeichnen, wobei ich sehr gerne Acryl und Kohle benutze. Öl habe ich noch nicht genutzt, denn das Arbeiten mit den unterschiedlichen Schichten ist mir etwas zu langwierig. Wenn ich beim Malen bin, muss es schon schnell gehen - dabei liebe ich Magenta oder auch Gelb als Primärfarbe.

Wie entstehen Ihre Werke?

Putz Indem ich beim Malen selbst nicht zu viel nachdenke, nicht zu viel mit dem Kopf arbeite. Ich mache mir aber vor Beginn der Arbeit meine entsprechenden Überlegungen, oft tagelang. Doch wenn ich dann anfange, muss schon alles klar und auch detailliert sein. Und dann muss es ehrlich sein und vom Herzen kommen…

Wie sind Sie mit Ihren Werken hier in die KritzelFabrik und zu Jacques Schneider gekommen?

Putz Über meine Schwägerin, die hat Jacques auf einer Party kennengelernt und ihm von meinen Arbeiten erzählt.

Dann haben wir uns getroffen und uns ausgetauscht - und es passte auf Anhieb. Es ging eigentlich ganz schnell, ja fast zu schnell - ich hatte noch nicht einmal Zeit, entsprechende Flyer zu Beginn der Ausstellung zu drucken (schmunzelt). Ich freue mich sehr, dass ich hier bei Jacques meine Kunst ausstellen kann.

Die Ausstellung kann noch bis zum 28. Januar in der KritzelFabrik in der Rue Origer Nummer 3 in Luxemburg besucht werden - Öffnungszeiten: montags bis samstags von 11.00 bis 18.00 - mehr über die Künstlerin und zu ihren Werken: www.art-m-putz.com und auf Facebook unter „Art by MPutz“; besuchen Sie auch die Facebook-Seite der KritzelFabrik.