LONDON
AP/DPA

Regierung von Theresa May veröffentlicht in den kommenden Tagen Brexit-Positionen

Inmitten von Kritik, nicht genügend auf den Brexit vorbereitet zu sein, wird die britische Regierung in den kommenden Tagen „detaillierte Positionspapiere“ für die Verhandlungen über den Austritt aus der Europäischen Union veröffentlichen. „Unternehmen und Bürger in Großbritannien und der EU wollen Fortschritt in den Gesprächen sehen“, hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme des Brexit-Ministeriums des Vereinigten Königreichs. Bei bisherigen Verhandlungsfragen seien bereits Fortschritte erzielt worden und deshalb sei das Land bereit, die Aussprachen bis zum EU-Gipfel im Oktober auszuweiten.

Ein wichtiges Thema soll die künftige EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland sein. Sie könnte, so wird auf der Grünen Insel befürchtet, zu wirtschaftlichen Einbußen führen und alte Wunden in der Ex-Bürgerkriegsregion aufreißen. Derzeit ist die Grenze im Hügelland nahezu unsichtbar.

Die britische Regierung hat die Hoffnung geäußert, die 27 anderen EU-Nationen zu überreden, mit der Verhandlung über eine „tiefe und besondere“ künftige Beziehung zwischen der Union und Großbritannien zu beginnen. Aus Sicht der Briten gehört dazu ein Freihandelspakt.

EU-Vertreter hingegen haben Ungeduld angesichts der Geschwindigkeit ausgedrückt, mit der das Vereinigte Königreich den Austritt vorbereitet. Aus Sicht der Union können die Verhandlungen nicht beginnen, bis drei wesentliche Fragen geklärt sind: Wie viel Geld das Königreich dem Staatenblock für den Austritt zahlen wird, ob Sicherheitskontrollen und Zölle an der irischen Grenze eingerichtet werden und wie der Status von EU-Bürgern gehandhabt wird, die in Großbritannien leben.

Vor mehr als einem Jahr hatte eine Mehrheit der Briten dafür gestimmt, aus der EU auszutreten. Bis zum März dieses Jahres hatte die britische Regierung nicht den offiziellen Austrittsprozess eingeleitet. . Eine dritte Verhandlungsrunde ist am 28. August in Brüssel geplant. Großbritannien wird Ende März 2019 die Staatengemeinschaft verlassen.