LUXEMBURG
LJ MIT DPA

6. August 1945, 8.16: Innerhalb von Sekunden löscht eine US-Atombombe Hiroshima aus

Es war wie die Hölle auf Erden. Nach einiger Zeit begann es zu regnen. Das Feuer und der Rauch machten uns so durstig (...) als es zu regnen begann drehten die Leute ihr Gesicht zum Himmel und versuchten die Tropfen mit dem Mund aufzufangen. Es war schwarzer Regen mit dicken Tropfen“. Ein Auszug aus dem Bericht von Akiko Takakura, eine der Überlebenden des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima am Morgen des 6. August 1945, eines schönen Sommertags, an dem die Stadt in Sekunden zu einem bedeutenden Teil ausgelöscht wurde. Die damals 20jährige Bankangestellte ist eine der wenigen Überlebenden aus dem Zentrum der Explosion. Sie sah einen Blitz, fiel in Ohnmacht und fand sich inmitten eines Feuertornados wieder. Das furchtbare Leid hat sie später auch in Bilder gebannt: Sie sind ewiges Zeugnis für die verheerenden Folgen der schlimmsten Waffe, die die Menschheit je erschuf. Der Blitz der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe verwandelte Hiroshima in ein Inferno: Innerhalb von Sekunden macht eine Druck- und Hitzewelle mit mindestens 6.000 Grad die Stadt zu einer lodernden Hölle. Von den 350.000 Bewohnern sterben auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen; Ende Dezember 1945 liegt die Zahl schon bei 140.000. Am 9. August zündeten die Amerikaner über Nagasaki eine zweite Atombombe. Bis Dezember 1945 kamen dort etwa 70.000 Menschen um. Die genaue Opferzahl wird sich nie ermitteln lassen, weil viele erst an den Spätfolgen der Strahlung starben.

„Vielleicht werde ich nicht lang genug leben, die vollständige Abschaffung nuklearer Waffen mitzuerleben, aber es wäre schön, wenn dies passierte“, sagte die inzwischen 88 Jahre alte Überlebende des Atombombenabwurfs über Hiroshima, Setsuko Thurlow, kürzlich nach Berichten japanischer Medien. Sie war 13 Jahre alt, als an jenem Morgen des 6. August 1945 der US-Bomber „Enola Gay“ die Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über Hiroshima abwarf.

Die Hoffnung auf eine atomwaffenfreie Welt schwindet

Ihre Heimatstadt ist heute ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden. Thurlow setzt sich mit anderen Überlebenden dafür ein, dass das Grauen von damals nicht in Vergessenheit gerät.
Nach einer Umfrage unter 4.700 Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki gaben jedoch 78 Prozent an, dass es schwer für sie geworden sei, die Erinnerungen weiter wach zu halten. Nur 45 Prozent glauben, dass der UNO-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen von 2017 tatsächlich irgendwann zur Abschaffung aller Arsenale führen wird. Die Hoffnung darauf schwindet. „Die Überlebenden werden irgendwann wegsterben“, sagte der inzwischen 93 Jahre alte Überlebende Shoji Tanaka. „Wir werden die Abschaffung der Atomwaffen der nächsten Generation überlassen.“