MONNERICH
PATRICK WELTER

Die „Rutschung“ der Monnericher Bauschuttdeponie wird noch monatelang untersucht

Stand der Dinge“ war der Titel einer gemeinsamen Pressekonferenz von Umweltministerin Carole Dieschbourg und den beiden Bürgermeisterinnen Christine Schweich (Monnerich) und Vera Spautz (Esch/Alzette) zu dem Thema, das im Süden des Landes Kommunalverwaltungen und Bauwirtschaft seit dem 13. März beschäftigt: Das Abrutschen der Monnericher Bauschuttdeponie und die daraus resultierenden Schäden. So viel kann schon gesagt werden: Es wird noch dauern.

Zwei Teams auf Ursachenforschung

Die Experten der beiden vom Haldenbetreiber engagierten vereidigten Ingenieursbüros erläuterten ihre Arbeitsweise, um zum einen eine weitere Veränderung des Bergs feststellen zu können und zum anderen wie ihre Suche nach den Ursachen für die „Rutschung“ (Geologen-Deutsch) der Deponie aussieht. Die Teams müssen aus rechtlichen Gründen unabhängig voneinander arbeiten. Beide Unternehmen sind sich darin einig, dass es vertretbare Aussagen zur Ursachenforschung erst im Spätsommer, etwa zum Schulbeginn geben kann.

Aus dem ersten Zwischenbericht von „Asmus+Prabucki Ingenieure“: „… zurzeit liegen keine Anhaltspunkte für eine erneute Rutschung an dieser Stelle vor. Durch die Rutschung hat eine Entlastung der vormals belasteten Böschungsbereiche stattgefunden …

… solange die Ursache noch nicht geklärt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei starken Regenfällen erneut kritische Verhältnisse aufbauen können…“

Das Ingenieurbüro ENECO hat 54 Messpunkte entlang der Bruchkante und auf dem Gleitkörper installiert, um eine mögliche Bewegung des Hangs registrieren zu können. Weitere Instrumente (Inklinometer) wurden aus demselben Grund vor der Rutschung installiert. In den nächsten Monaten werden Bohrungen und geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Auch der im Gefahrenbereich stehende Mast einer Überlandleitung wird durch Sensoren überwacht.

Schule oder nicht?

Nach Meinung der ENECO-Ingenieure kann der Betrieb in der angrenzenden und zurzeit geräumten Sonderschule beim Einhalten eines Sicherheitsabstands von 20 Metern wieder aufgenommen werden.

Dieschbourg setzt auf nationale Solidarität

Umweltministerin Carole Dieschbourg stellte fest, dass zwar schon viel getan wurde, aber noch mehr zu tun bleibt. Für das konkrete Vorgehen an der Unglückshalde habe sie ein Begleitkomitee aus Mitarbeitern der Verwaltungen und der Kommunen gebildet, das ständig über den Gang der Dinge auf dem Laufenden ist und diese Informationen transparent macht.

In Sachen Bauschuttdeponien wird die „Gadderscheier“ in Sassenheim innerhalb der nächsten vier Wochen in Betrieb gehen. Um den Anwohnern das Leben zu erleichtern, wurde die Öffnungszeit auf 7.00 bis 16.00 beschränkt, damit der Feierabendverkehr in der Gemeinde ungehindert fließen kann.

Dieschbourg wies noch einmal darauf hin, dass das Übel des Bauschutts an der Wurzel, sprich beim Bauen, angepackt werden muss. Das extrem hohe Bauschuttaufkommen müsse zurückgefahren werden. In Sachen Deponieeinrichtung plädierte sie gegenüber den Kommunen wieder einmal auf „nationale Solidarität“.

Bürgermeisterinnen gegen Wiedereröffnung der Schule

Christine Schweich bezifferte die bisherige Schadenssumme für ihre Gemeinde auf einen „sechsstelligen Betrag“, neben den Schäden an der Infrastruktur sorgten insbesondere die Umorganisation des ÖPNV und des Schülertransports für intensive Arbeit.

Gemeinsam mit der Escher Bürgermeisterin Vera Spautz lehnt sie die Wiederaufnahme des Betriebs in der nahe der Rutschung gelegenen Sonderschule strikt ab. Es müsse absolut sicher sein, dass sich der Hang nicht mehr bewegt, bevor dort wieder Kinder betreut werden können. Sie als Bürgermeisterin sei für die Sicherheit der Bürger und damit auch der Kinder verantwortlich.

Beide Bürgermeisterinnen betonten die praktische Solidarität die von beiden Gemeinden in vielen technischen und organisatorischen Fragen geleistet wurde. Insbesondere danke sie ihren Bürgern, so Schweich, für deren Geduld.