LUXEMBURG
DANIEL OLY

„Zero Waste“-Denken: Wie das abfallfreie Picknick sicher glückt

Die Sommermonate sind da, das Wetter wird uns verwöhnen, und die Sonne lockt uns ins Freie. Was kann es Schöneres geben, als entspannt auf der Wiese die Decke auszubreiten und gemütlich etwas zu essen, vielleicht sogar unter Freunden.

Damit das traute Beisammensein und das leckere Mahl aber nicht unversehens zum Alptraum für den Planeten wird, sollten trotzdem ein paar Kniffe beherrscht werden. Nebenbei ist so ein „Zero Waste“-Picknick außerdem besser für den eigenen Geldbeutel! Denn das Problem mit dem „Littering“ ist nicht erst von gestern. „Wir stellen fest, dass es immer wieder vorkommt - Menschen feiern im Freien und räumen dann ihren Dreck nicht weg“, weiß Stephanie Goergen von der Umweltverwaltung. Immerhin: Immer mehr Menschen stört es, und so gibt es auch immer mehr Säuberungsaktionen und mehr Aktivismus. „Das Bewusstsein ist verstärkt da“, meint sie. Damit es gar nicht erst soweit kommen muss, gibt es natürlich trotzdem eine Reihe an Tipps.

Selber machen statt fertig vertüten

Alles fängt mit der Wahl des Essens an. Wer bereits hier auf Fertig-Ware setzt, die schlimmstenfalls unter Plastikfolie verschweißt ist oder mühsam ausgewickelt werden muss, der schleppt nicht nur unnötig viel Plastik in die Pampa, sondern riskiert auch noch, seine Spuren zu hinterlassen. Denn kurz nicht aufgepasst, schon verflüchtigt sich das Einpack-Plastik und wird zum dauerhaften, störenden Gast im Gras.

Stattdessen sollten umweltbewusste Picknicker lieber selber kochen. Selbstgemachtes „Fingerfood“ wie klein geschnittenes Obst oder vorportionierte Fleischbällchen lassen sich problemlos vorbereiten und leicht verstauen. Gekochte Eier oder selbstgemachte belegte Brote, Nüsse oder etwas selbst Gebackenes wie Kekse sind ebenfalls kein schlechter Tipp, sofern man beim Transport auf zu viel Alufolie oder Plastiktüten verzichtet. Stattdessen lieber in einer Mehrweg-Dose. Das gilt auch für die Getränke: Wer die Wunschgetränke vorab in Mehrwegflaschen umfüllt, verhindert, dass eine kleine PET-Flasche ihren Weg in die Umwelt findet. Auch Frischhaltefolie muss nicht sein, lieber alles in Dosen verpacken. „Außerdem gilt: Alles, was man mitbringt, unbedingt auch wieder mitnehmen“, meint Goergen. Auf keinen Fall solle man seinen Müll vor Ort zurück lassen. Kardinalfehler: Einfach alles neben die Mülltonnen stellen, wenn es welche in der Gegend gibt. „Das lockt wilde Tiere an und verschmutzt nur noch mehr.“

Auf die Details achten

Etwas schwerer, dafür umso umweltverträglicher, ist das Einpacken in Schraubgläsern oder Metalldosen. Darin lassen sich dann auch etwas komplexere Esswaren verstauen, zum Beispiel Salate oder Desserts. Dann braucht man nur noch eine handvoll Teller mitzubringen, und verursacht denkbar wenig Müll. Außerdem kann man anderen, unvermeidbaren Müll oder Essensreste sicher darin „entsorgen“, ohne einfach alles in die Natur zu kippen. Zu Hause lässt sich der provisorische „Mülleimer“ dann einfach reinigen. „Auf keinen Fall einfach in der Natur entsorgen, sondern immer eine Tüte mitbringen“, rät die Expertin von der Umweltverwaltung.

Auch beim anderen Equipment gilt: auf die Details kommt es an! Papiertaschentücher (schlimmstenfalls sogar einzeln verpackt!) sind ebenso ein No-Go wie Strohhalme, weil sie ähnlich schnell vom Winde verweht werden können. Stattdessen sollte man auf Stoff setzen - Handtücher aus der Küche sind eine viel bessere Alternative. Wer unbedingt einen Strohhalm zum Schlürfen braucht, kann mit Modell aus Metall oder Glas zurecht kommen. Oder nutzt ganz einfach eine Nudel, zum Beispiel eine lange Makkaroni - genial!

Beim Grillen ist ebenfalls Vorsicht geboten. Statt eines Wegwerfgrills sollte lieber etwas solides genutzt werden. „Das schont die Umwelt auch“, weiß Goergen. „Und wenn man fertig ist, unbedingt darauf achten, dass die Grillkohle auch wirklich erloschen ist, bevor man sie irgendwo entsorgt.“ Das gilt auch für die andere Asche - von den Glimmstengeln. „Unbedingt einen Aschenbecher mit Deckel mitbringen“, weiß die Expertin. Nicht nur, weil es Müll macht…


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