LUXEMBURG
PIERRE MATGEN

Rund 1.200 Landwirte, Gärtner, Winzer und Waldbesitzer protestieren gegen Landschaftsplan

Nicht weniger als sechs Vereinigungen aus dem Agrarsektor, dem Wein- und Gartenbau sowie der Forstwirtschaft hatten gestern ihre Mitglieder zu einem Protestmeeting in die Ettelbrücker Deichhalle eingeladen. Damit wollte man an die politischen Verantwortlichen appellieren den Anliegen ihrer jeweiligen Sektoren mehr Gehör zu verleihen, und damit der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion einen größeren Stellenwert einzuräumen. Während der Veranstaltung, an der etwas 1.200 Interessierte teilnahmen, wurden vor allem Themen wie die von der Regierung angekündigte Biotopkartierung, die kürzlich vorgestellten sektoriellen Landespläne mit laut den Veranstalter erheblichen Einschränkungen des Eigentumsrechts, die Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik, die Kürzung des Agrarbudgets und vieles andere angesprochen.

Dialog statt Monolog

Laut dem Präsidenten der Bauernzentrale Marc Fisch wolle man mit dieser Veranstaltung ein klares Signal an die Regierung richten, damit diese eine Politik mache, welche die Absicherung der Betriebe gewährleistet. Er bedauerte, dass die Landwirtschaft in den letzten Wochen im Zusammenhang mit den Pestiziden in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Ein übertriebener Aktivismus sei jetzt fehl am Platz, so Fisch. Hier und auch anderswo erwartet er von Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) für die Interessen der Bauern einzutreten. Überhaupt beklagte er sich, dass immer mehr von oben diktiert wird wie die Landwirtschaft organisiert werden solle. Dies sei bei der Biotopkartierung und besonders bei den sektoriellen Landesplänen der Fall. Das Eigentumsrecht müsse jedenfalls gewahrt bleiben und nicht der Umweltpolitik unterstehen, so Fisch weiter. „Mir akzeptéieren net, dass d’Landwirtschaft eleng de Präis fir de Wuesstum vun der Gesellschaft bezillt“, meinte Fisch, der von der Regierung den Rückzug des umstrittenen Sektorplans Landschaften fordert. Weiter bemängelte er die Kürzung der Agrarsubventionen in einer Zeit wo mit dem Zukunftsplan weitere Belastungen auf die Betriebe zukommen. Schließlich verlangte er mehr Dialog statt Monolog und mehr Unterstützung statt Verbote.

Aufwendige Genehmigungsverfahren

Der Vertreter der „Jongbaueren a Jongwenzer“ Jeff Boonen bemängelte besonders die aufwendigen Genehmigungsverfahren für Betriebsvergrößerungen. Weiter bedauerte er die Bevormundung von Seiten der Regierung welche besonders für junge Landwirte keine Planungssicherheit mehr zulässt. Der Vertreter der Waldbesitzer Henri Wurth verlangte seinerseits mehr Respekt vor dem Privateigentum und bedauerte, dass von Seiten der Regierung immer mehr Vorschriften und Verbote verordnet würden. Der Vertreter der Winzer, Paul Funck, sprach indes von einem großen Konkurrenzkampf weltweit. Dabei bedauerte er den Wegfall von fast 40 Prozent beim „Fonds Viticole“.

Die Baueren-Allianz nahm an dem Meeting nicht teil. Sie hatte bereits im Vorfeld erklärt, ein solches Event sei zu diesem Moment nicht im Sinne der Landwirtschaft; eher sollte der Dialog über die Probleme des Berufsstands mit den zuständigen Ministern weiter geführt werden.