CLAUDE KARGER

Was für ein Schock! Da enthüllte das „Wort“ am Samstag doch glatt, dass der Vizepremier der „Uaerbechterpartei“ eigentlich gar kein echter Sozialistenmensch sei, sondern ein knallharter Wirtschaftsliberaler, wie die wahren Genossen mit Stallgeruch immer wieder ätzten. „Seine politische Überzeugung ist, dass er gar keine Überzeugung hat“, habe eine „langjähriger Weggefährte“ einmal gesagt. Und so wird aus dem einstigen Krecké-Ziehsohn und heimlichen Juncker-Fan, der einst Bahnangestellter werden wollte, „um Geld zu verdienen und mir ein Auto zu kaufen“, ein karriere- und machtversessener non-chalanter, pokerspielender „Bonvivant“, der als „straighttalkendes“ „political animal“ politische Oldtimer - für jene auf vier Rädern hege er übrigens eine „unheimliche Leidenschaft“ - abhängte, die Dreierkoalition auf die Schiene brachte und dort nun als „Schatten-Premier“ den Ton angebe. Der Autor spricht gar von einer „Etiennisierung“ der Politik. Den „T“-Leitartikler begeistert derweil, dass der Etienne, die wandelnde Verkörperung einer fruchtbaren Wirtschaftspolitik, in den Umfragen kometenhaft durchstarte und nun gar „nach den Sternen“ greife. Bald werden sicher selbst Asteroiden „etiennisiert“, danach das Sonnensystem und dann ... das Universum! Na, nur nicht zu früh die Bodenhaftung verlieren!