PEPPINGEN
LJ

Vernissage der Ausstellung „De Reiserbann am 2. Weltkrich“ - Appell zur Sammlung von Zeitdokumenten

Vor rund sechs Wochen verstarb im Alter von 95 Jahren die letzte Zeitzeugin, die als Erwachsene in Roeser noch die Nazi-Besatzung erlebte. Sie werden von Woche zu Woche weniger, jene, die die Gräuel der Diktatur unter dem Hakenkreuz direkt erlebten.

Erinnerung aufrecht erhalten

Deshalb ist es wichtig, die Erinnerung an diese dunkle Zeit und an ihre Opfer aufrecht zu erhalten, besonders auch für die kommenden Generationen. Aus diesem Antrieb heraus haben die „Amis de l‘Histoire du Roeserbann“ und die Sektion Roeserbann der „Enrôlés de Force“ gemeinsam mit dem „Musée Rural et Artisanal“ in Peppingen eine Ausstellung über die Geschichte des Roeserbanns im Zweiten Weltkrieg auf die Beine gestellt.

Gestern Nachmittag fand im Beisein des Schöffenrats, zahlreicher Gemeinderatsmitglieder und einer Menge interessierter Besucher die Vernissage im obersten Stockwerk des Museums statt.

67 „Jongen“ aus dem Roeserbann

Die Organisatoren haben viele Fotos zusammen getragen, Akten aber auch Gebrauchsgegenstände und Waffen, die damals benutzt wurden. Die Ausstellung, die laut Museumsdirektor Percy Lallemang „etwas aufrütteln“ soll, dokumentiert aber auch die Geschichte der Erinnerung an die unvergessenen Opfer. 67 „Jongen“ aus dem Roeserbann mussten in den Reihen der Wehrmacht kämpfen.

Von zehn fehlt bis heute jede Spur. „Amis de l‘Histoire du Roeserbann“-Präsident Robert Weber, dessen Vater im russischen Gefangenenlager Tambow war und dessen Mutter umgesiedelt wurde, sieht die Ausstellung als eine Gelegenheit, besonders den jungen Generationen die Leiden der Bevölkerung während des Nazi-Gewaltherrschaft zu vergegenwärtigen.

Noch vieles im Dunklen

Er nutzte die Gelegenheit indes auch, einen Appell an die Roeser Bürger zu richten, Dokumente und Artefakte aus der Besatzungszeit, die sie etwa in Nachlässen finden, doch bitte an die Vereinigung auszuhändigen und so ihren Beitrag für die Erforschung dieses dunklen Kapitels der „Réiserbänner“ Geschichte zu leisten.

Denn es gebe hier noch viel zu recherchieren. Bürgermeister Tom Jungen sieht die Ausstellung indes als die erste Etappe für einen neuen Elan zur weiteren Aufarbeitung der lokalen Geschichte, aber auch als eine wichtige Mahnung in Zeiten des zunehmenden Rechtsextremismus.

Die Ausstellung kann man sich noch bis zum 17. Februar täglich zwischen 14.00 und 18.00 besichtigen.