LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

28,7 Prozent des BIP der EU flossen 2014 in die soziale Absicherung

Alterversorgung, Gesundheit, Familie und Kinder, Arbeitslosigkeit sowie Wohnen und soziale Ausgrenzung sind die Kernbereiche staatlicher Sozialabsicherung. Seit dem Jahr 2011 sind die Ausgaben dafür laut den gestern veröffentlichten Eurostat-Daten in der EU leicht gestiegen: von 28,3 Prozent des BIP im Jahr 2011 auf 28,7 Prozent im Jahr 2014. Dabei gab es 2014 mit staatlichen Zuweisungen aus Steuereinnahmen, die 40 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten, und den Sozialbeiträgen, mit einem Beitrag von 54 Prozent zwei Hauptfinanzierungsquellen EU-weit gesehen.

Auch Luxemburgs Sozialausgaben stiegen zwischen 2011 und 2014 von 21,9 Prozent des BIP auf 22,7. Daran sieht man aber schon, dass sich hinter dem EU-Durchschnitt weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten verbergen. Denn Ausgaben für den Sozialschutz in Höhe von mehr als 30 Prozent des BIP verzeichneten Frankreich, Dänemark, Finnland, die Niederlande und Belgien. Ausgaben von unter 15 Prozent fanden sich hingegen in Lettland, Litauen und Rumänien, Estland lag mit 15,1 Prozent nur knapp darüber.

Luxemburg hat mit die niedrigsten Ausgaben für die Altersversorgung ...

Im Durchschnitt hatten Alters- und Hinterbliebenenleistungen in der EU einen Anteil von 45,9 Prozent an den gesamten Sozialleistungen und machten in nahezu allen Mitgliedstaaten den Großteil der Leistungen für den Sozialschutz aus. Der Anteil der Alters- und Hinterbliebenenleistungen an den Gesamtleistungen war in Griechenland (65,0 Prozent), Polen (60,4 Prozent), Italien (58,6 Prozent) und Portugal (57,5 Prozent) am höchsten und in Irland (29,8 Prozent), Luxemburg (37,7 Prozent), Deutschland (39,2 Prozent) und Belgien (40,3 Prozent) am niedrigsten.

Leistungen für Gesundheitsversorgung und Invalidität hatten in der EU im Jahr 2014 durchschnittlich einen Anteil von 36,5 Prozent an den gesamten Sozialleistungen, 36,7 waren es in Luxemburg. In Irland, Deutschland und Kroatien machten sie den Großteil der Sozialschutzleistungen aus.

... dafür die höchsten für Familie und Kind

Leistungen für Familien hatten in der EU durchschnittlich einen Anteil von 8,5 Prozent an den gesamten Sozialleistungen. Luxemburg ist hier Spitzenreiter mit 15,6 Prozent, nahezu dem Doppelten, und die Niederlande Schlusslicht mit 3,1 Prozent. Die Leistungen bei Arbeitslosigkeit beliefen sich auf durchschnittliche 5,1 Prozent (Luxemburg: 6,5 Prozent) und Leistungen für Wohnen und soziale Ausgrenzung lagen bei 4,0 Prozent im EU-Schnitt. Auch hier bewegt sich Luxemburg mit 3,6 Prozent nicht weit entfernt.